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Blick auf den ausgebrannten Dachstuhl des Gebäudes in Tröglitz, Sachsen-Anhalt. Foto: Hendrik Schmidt

Außenminister verurteilt Anschlag

Steinmeier: Tröglitz-Angriff schadet Ansehen der BRD

Berlin  - Nach dem Brandanschlag auf das Asylbewerberheim in Tröglitz befürchtet Außenminister Frank-Walter Steinmeier eine Schädigung des Ansehens Deutschlands.

„Die Ereignisse von Tröglitz sind eine Schande“, sagte der SPD-Politiker der „Welt am Sonntag“. „Wir sollten nicht überrascht sein, dass auch bei unseren Partnern in der Welt mit großer Sorge registriert wird, wenn in Deutschland Flüchtlingsunterkünfte brennen, und dass genau verfolgt wird, wie die deutsche Gesellschaft darauf reagiert.“

Eine breite Mehrheit in Deutschland lehne Fremdenfeindlichkeit klar ab, betonte Steinmeier. Der SPD-Politiker rief eindringlich dazu auf, der Verantwortung für Flüchtlinge gerecht zu werden. Es müsse noch mehr passieren, um zu verhindern, dass „immer wieder Menschen auf dem lebensgefährlichen Weg über das Mittelmeer sterben“.

Auf ein Mehrfamilienhaus in Tröglitz in Sachsen-Anhalt, in das im Mai 40 Flüchtlinge einziehen sollten, war in der Nacht zum Karsamstag ein Brandanschlag verübt worden. Der ehrenamtliche Bürgermeister des Ortes hatte wegen rechtsextremer Anfeindungen im März seinen Rücktritt erklärt. Der Landkreis hält an seinen Plänen fest, Flüchtlinge in Tröglitz unterzubringen.

Der Verfassungsschutz registriert nach Angaben der Zeitung in zunehmenden Maße, dass Rechtsextremisten in Deutschland die Sorgen beim Thema Flüchtlinge gezielt ausnutzen. Kampagnen gegen Asylbewerber hätten bereits im Vorjahr „einen Schwerpunkt der rechtsextremistischen Szene“ gebildet, berichtete die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf das Bundesamt für Verfassungsschutz. Demnach habe sich jede dritte Demonstration dieser Personengruppe gegen bestehende oder geplante Unterkünfte für Asylbewerber gerichtet.

dap

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