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Außenminister Frank-Walter Steinmeier und sein nigerianischer Amtskollege Geoffrey Onyeama.

Afrika-Reise

Steinmeier lobt Nigeria für Kampf gegen Terrormiliz

Abuja - Parallel zu Merkel ist auch Steinmeier auf Afrika-Reise. In Nigeria geht es um den Kampf gegen den Terror. Thema aber auch hier: die Flüchtlingskrise.

Deutschland hat Afrikas bevölkerungsreichstem Land Nigeria weitere Unterstützung im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus zugesagt. Außenminister Frank-Walter Steinmeier lobte am Montag bei einem Besuch in der Hauptstadt Abuja „erste Erfolge“ bei der Bekämpfung der Terrormiliz Boko Haram. Bei einem Treffen mit Präsident Muhammadu Buhari ging es auch um die Flüchtlingskrise. Aus Nigeria kamen in diesem Jahr bereits mehr als 8000 Flüchtlinge nach Deutschland.

In dem 180-Millionen-Einwohner-Land ist die Terrormiliz Boko Haram aktiv. Mit der Verschleppung von fast 300 Schulmädchen machte sie weltweit Schlagzeilen. Zuletzt gelang es der nigerianischen Armee aber, im Nordosten des Landes wieder große Regionen von den Islamisten zurückzuerobern. Mittlerweile droht dort allerdings eine Hungerkrise. Nach UN-Angaben sind allein etwa eine halbe Million Kinder von Unterernährung bedroht.

Mit dem nigerianischen Außenminister Geoffroy Onyema sprach sich Steinmeier dafür aus, Fluchtursachen wie Sicherheitsprobleme und wirtschaftliche Not gemeinsam zu bekämpfen. Onyema sagte: „Das ist jetzt eine globale Herausforderung.“ Steinmeier sagte, vor allem die Lebenschancen der jungen Bevölkerung in Nigeria müssten verbessert werden. Deutschland hatte erst Anfang des Monats dafür weitere 48 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Der SPD-Politiker mahnte aber auch strengere Maßnahmen gegen die weit verbreitete Korruption an. Nigeria sei ein „Powerhouse Afrikas mit riesigen Chancen, aber auch mit Gefährdungen“. Aktuell leidet das Land enorm unter dem Verfall des Ölpreises. Die riesigen Ölvorräte waren bislang Haupteinkommen des Staates. Aktuell kommen jedoch nur noch 20 Prozent der Einnahmen aus dem Ölgeschäft. Früher waren es etwa 70 Prozent.

Angela Merkel ist indessen in Mali und Niger gewesen.

dpa

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