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Wo die Jugendarbeitslosigkeit bei 50 Prozent und mehr liegt, wird keine Begeisterung für Europa ausbrechen", so Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Foto: Rainer Jensen

Nationalismus keine Lösung

Steinmeier sieht Europa in schwerer Krise

Berlin/Saarbrücken (dpa) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich besorgt über die Lage Europas geäußert. "Europa ist zweifellos in unruhigem Fahrwasser unterwegs und muss sich schnell selber neu aufstellen", sagte der SPD-Politiker der "Saarbrücker Zeitung".

Die EU müsse dort Antworten geben, wo es sie bisher schuldig geblieben sei. Als wichtigste Aufgabenfelder nannte Steinmeier den künftigen Umgang mit Migranten und Flüchtlingen, die innere und äußere Sicherheit sowie Arbeit und Wirtschaft. "Wo die Jugendarbeitslosigkeit bei 50 Prozent und mehr liegt, wird keine Begeisterung für Europa ausbrechen", mahnte er. Seine Probleme bewältige Europa aber nicht mit jenen, die die Rückkehr zum Nationalen als Lösung begriffen.

Steinmeier beklagte, dass Frieden, Freiheit und Wohlstand heute als Selbstverständlichkeiten betrachtet würden. "Wie wenig das gewiss ist, haben wir gesehen, als mit dem Konflikt in der Ukraine die Frage von Krieg und Frieden plötzlich wieder auf unseren Kontinent zurückgekehrt ist." Und auch der Wohlstand Deutschlands werde nicht gesichert sein, "wenn wir in einem Europa und einer Welt der Abschottung und des Nationalismus leben würden".

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