+
Ein schwarzer Tag für Europa: Die Briten werden die EU verlassen. Foto: Gregor Fischer

Steinmeier: Camerons Regierung hat mit EU-Schicksal gespielt

Berlin (dpa) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat der britischen Regierung vorgeworfen, die EU-Mitgliedschaft leichtfertig verspielt zu haben.

Er erinnerte in einem Interview für die ZDF-Sendung "Was nun?" daran, dass das Referendum seinen Ursprung in Auseinandersetzungen innerhalb der konservativen Regierungspartei des britischen Premierministers David Cameron hatte. "Die Regierung (hat) mit dem europäischen Schicksal gespielt und hat verloren", sagte er. Die Haltung zur Europäischen Union sei innenpolitisch instrumentalisiert worden.

Die Briten hatten am Donnerstag in einem Referendum für einen Austritt Großbritanniens aus der EU gestimmt. Mit einer Kettenreaktion innerhalb der EU rechnet Steinmeier nicht. "Ich kenne keinen europäischen Staat, der diesen Weg gehen will", sagte er.

Die EU dürfe nun "weder in Hysterie und Aktionismus verfallen, noch in Schockstarre", mahnte der Außenminister. Als Konsequenz aus dem Referendum müsse sich die Europäische Union nun vor allem intensiver mit der Sicherheitspolitik, der Asyl- und Zuwanderungspolitik sowie der Beschäftigungs- und Wachstumspolitik befassen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

ZDF-„Politbarometer“: SPD verliert weiter an Zustimmung
Bis zum Wahltag will der SPD-Kanzlerkandidat Schulz unverzagt kämpfen, das hatte er angekündigt. Eine Umfrage dürfte ihm wenig Freude bereiten.
ZDF-„Politbarometer“: SPD verliert weiter an Zustimmung
Weitere Festnahme nach Londoner U-Bahn-Anschlag
Hinter dem U-Bahn-Anschlag in London könnte ein ganzes Netzwerk stecken. Die Polizei nahm einen weiteren Verdächtigen fest.
Weitere Festnahme nach Londoner U-Bahn-Anschlag
UN-Versammlung: Gabriel wettert gegen Trumps „nationalen Egoismus“
Bei seiner Rede vor der UN-Generalversammlung hat der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel klare Worte gefunden und die Politik des US-Präsidenten Donald Trump …
UN-Versammlung: Gabriel wettert gegen Trumps „nationalen Egoismus“
175 000 mehr Menschen erhalten Pflegeleistungen
Deutlich mehr Pflege - das bringt die jüngste Reform. Die Erwartungen scheinen sogar übertroffen zu werden.
175 000 mehr Menschen erhalten Pflegeleistungen

Kommentare