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Ukraine-Krach um Steinmeier: Klitschko kritisiert Selenskyj - hält dem Bundespräsidenten aber Fehler vor

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Wladimir Klitschko bei einem Gespräch in Berlin Anfang April
Wladimir Klitschko: Versöhnliche Worte zu Steinmeier (Archivbild) © Florian Gaertner/photothek/Imago

Wladimir Klitschko war erst kürzlich in Berlin und hofft weiter auf die deutsche Unterstützung. Den abgelehnten Besuch von Steinmeier sieht er daher kritisch.

Berlin - Der frühere Box-Weltmeister Wladimir Klitschko setzt nach der Ablehnung eines Besuchs von Frank-Walter Steinmeier durch die Ukraine auf eine spätere Reise des Bundespräsidenten in das Land. „Ich hoffe, dass der Besuch des Bundespräsidenten in Kiew nur aufgeschoben ist und in den kommenden Wochen nachgeholt werden kann“, sagte der Bruder des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko am Dienstagabend (12. April) der Bild-Zeitung.

Klitschko zur Steinmeier-Ausladung: „Deutschland ist Partner Nummer eins“

„Ich halte es für dringend erforderlich, dass wir als Ukraine weiterhin Brücken nach Deutschland bauen“, betonte Klitschko. „Deutschland ist Partner Nummer eins bei der finanziellen Hilfe für die Ukraine, leistet humanitäre Unterstützung, hilft massiv Flüchtlingen und schickt immer mehr Waffen, auch wenn wir davon mehr brauchen“, fügte er hinzu.

Die ukrainische Regierung hatte einen Besuch Steinmeiers abgelehnt und hofft stattdessen auf eine Reise von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nach Kiew. Wladimir Klitschko sagte, Steinmeier habe in der Vergangenheit „viele Fehler“ gemacht, die der Ukraine „massiv geschadet“ hätten. Diese habe Steinmeier aber eingestanden und sich entschuldigt.

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Steinmeier fährt trotz Plan nicht in die Ukraine - „Mehr als ärgerlich“

„Ich war dazu bereit. Aber offenbar - und ich muss zur Kenntnis nehmen - war das in Kiew nicht gewünscht“, sagte der Bundespräsident am Dienstag in Warschau zu seinem geplanten Besuch. Angedacht war ein gemeinsamer Solidaritätsbesuch mit den Staatschefs Polens und der drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland. Die vier Staatschefs reisten schließlich allein in die Ukraine.

In Deutschland hagelte es viel Kritik. Die Absage sei „bedauerlich“ und „mehr als ärgerlich“, hieß es beispielsweise aus den Reihen der SPD. Die Union sah gar eine „schwere Belastung“ des Verhältnisses zwischen Deutschland und der Ukraine. (dpa/cibo)

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