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Die Diskussion um geplante Stellen-Kürzungen hat die CSU auf dem falschen Fuß erwischt.

Stellen-Streichung

 Opposition wittert „Wahlbetrug“

München - Die Diskussion um geplante Stellen-Kürzungen hat die CSU auf dem falschen Fuß erwischt. Bildungsverbände und die Landtags-Opposition laufen Sturm gegen geplante Stellen-Streichungen beim Kultusministerium.

SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher warf Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Montag sogar „Wahlbetrug“ vor. Der wiederum beriet im kleinen Kreis mit Kultusminister Ludwig Spaenle über die Frage, wie man vor der Kommunalwahl den Eindruck verhindern könne, die CSU breche Wahlversprechen. Harsche Worte sollen gefallen sein – „Kommunikationskatastrophe“ zum Beispiel. Fakt ist: Im CSU-Wahlprogramm „Bayernplan“ heißt es: „Wir gehen in Bayern nicht den Weg anderer Länder, die den Personalstand im Bildungswesen zurückfahren. Wir garantieren vielmehr den bayerischen Schulen, dass auch bei sinkenden Schülerzahlen die freiwerdenden Lehrerstellen vollständig im Bildungssystem belassen werden.“ Fakt ist aber auch: Zwar fallen bei den Schulen wegen rückläufiger Schülerzahlen Stellen weg. Das ist aber auch eine Verlagerungseffekt – zumindest ein Teil wandert an die Hochschulen, wo die geburtenstarken Jahrgänge inzwischen studieren.

An die Öffentlichkeit gelangt war am Wochenende über dpa aber nur die erste Nachricht: Das Kultusministerium hatte mitgeteilt, dass zum 1. August 2014 insgesamt 830 Stellen wegfallen sollen. Im Stellenplan für 2014 sind noch 86 078 Lehrerstellen ausgewiesen – 2013 waren es noch 86 910.

Nun ist die Aufregung erst mal groß. Neben der SPD feuerten auch Freie Wähler und Grüne Breitseiten der Kritik ab. Der Bayerische Philologenverband startet eine Online-Unterschriftenaktion für mehr Lehrerstellen.

Der Kultusminister also hat es dieser Tage wieder mal nicht leicht. Er musste sich gestern Abend an einer Münchner Schule verärgerten Direktoren stellen. Sie sind sauer, weil eine Mathe-Probeklausur (als Test für das gemeinsame Abitur) nachträglich aus der Wertung genommen wurde. Zudem gibt es Unmut wegen eines Computer-Programms, das nicht funktioniert. Sogar die gemäßigte Direktoren-Vereinigung ist erzürnt: „Wir erwarten mehr als schöne Worte von Seiten des Kultusministers“, heißt es in einem internen Schreiben des Vorsitzenden Karl-Heinz Bruckner.  

lby/dw

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