Stoiber und Söder bei einem CSU-Parteitag.
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Edmund Stoiber gilt als politischer Ziehvater von Markus Söder

K-Frage der Union

Stoiber fordert einvernehmliche Einigung von Söder und Laschet - und lobt den CDU-Chef 

  • Mike Schier
    vonMike Schier
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Vor 19 Jahren überließ Angela Merkel dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber beim legendären Wolfratshauser Frühstück die Kanzlerkandidatur. Heute fordert Stoiber wieder eine einvernehmliche Einigung - und findet lobende Worte für Armin Laschet. 

Angesichts des zunehmend konfrontativen Wettbewerbs zwischen Markus Söder (CSU) und Armin Laschet (CDU) um die Kanzlerkandidatur in der Union, mahnt der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber eine Einigung wie einst beim Wolfratshauser Frühstück mit Angela Merkel an. „Es muss ja kein Frühstück sein“, sagte Stoiber dem Münchner Merkur. „Aber ich plädiere für eine einvernehmliche Lösung. Alternativ müsste die Fraktion entscheiden, was konfrontativer wäre.“

 „Es ist ihm gelungen, die CDU zu einen.“

Edmund Stoiber über Armin Laschet

Stoiber gilt als politischer Ziehvater von Markus Söder, der einst unter ihm Generalsekretär war. Im Interview vermied er allerdings eine Aussage für Söder. „Beide haben das Zeug zum Kanzler“, sagte er stattdessen. Zugleich fand er lobende Worte für den CDU-Vorsitzenden Armin Laschet. „Es ist ihm gelungen, die CDU zu einen. Man darf nicht vergessen: Vorangegangen war ein monatelanger Wettstreit mit dem starken Friedrich Merz und dem ebenfalls sehr erfahrenen Norbert Röttgen. Merz, der für viele CDU-Mitglieder eine Sehnsuchtsfigur ist, reiht sich ein. Seine Anhänger erwecken den Eindruck: Die Auseinandersetzung ist beendet.“ Auch inhaltlich habe der neue CDU-Vorsitzende, dem in der eigenen Partei oft zu wenige Impulse vorgeworfen werden, bereits aufhorchen lassen. „Armin Laschet hat eine sehr interessante Rede zum Auftakt der Programmkommission gehalten. Sein Tenor: Weiter so geht nicht – man wird für Zukunftsthemen gewählt.“ Die Pandemie habe viele Baustellen offengelegt. „Wir müssen digitaler werden.“

Sorge wegen schlechter Umfragewerte der Union

Die schlechten Umfragewerte der Union beobachtet der CSU-Ehrenvorsitzende mit Sorge. „Den größten Einfluss auf die Umfragen hat die Impfsituation“, so Stoiber Es gehe aber auch im Zukunftsthemen und den gemeinsamen Auftritt nach der Entscheidung der K-Frage. „Gerade weil wir derzeit mit einem Vertrauensverlust kämpfen, müssen beide Parteivorsitzende eng zusammenarbeiten. Ich kann mich an einen Auftritt 1980 von Franz Josef Strauß in Niedersachsen erinnern, bei dem der unterlegene CDU-Kandidat Ernst Albrecht nicht dabei war. Da waren die Auseinandersetzungen im Vorfeld wohl zu hart.“ Später verlor Strauß die Wahl gegen Helmut Schmidt (SPD).

Am Sonntag präsentieren sich Söder und Laschet vor der Spitze der Unionsfraktion bei einer Klausur. Die Leitfrage passt zum Thema: „Wie gestalten wir die Zukunft?“ Dass die Kontrahenten – offiziell hat weder Laschet noch Söder seine Kandidatur angekündigt – dort bereits eine Entscheidung präsentieren, gilt als unwahrscheinlich.

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