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Die Landeswahlbehörde hat Philippa Strache das gewonnene Mandat zugesprochen.

Straches Ehefrau im Parlament?

Streit um Philippa Strache: Behörde hat den Fall geprüft - und eine Entscheidung getroffen

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Bei der Nationalratswahl 2019 ist Ex-Vizekanzler „HC“ Strache außen vor. Stattdessen steht seine Frau Philippa Strache im Rampenlicht: Die FPÖ ist davon nicht begeistert.

Update vom 9. Oktober, 16.10 Uhr: Nun herrscht Klarheit bezüglich Philippa Straches Mandat im österreichischen Parlament. Wie die Landeswahlbehörde nach einer Beratung am Mittwoch bekannt gegeben hat, darf sie ins Parlament einziehen. 

Die FPÖ hatte zuvor eigentlich entschieden, der 32 Jahre alten Frau des Ex-FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache kein Mandat zu geben. Rechtlich könne die FPÖ Strache das Mandat aber nicht entziehen, erklärte die Behörde. Unklar bleibt, ob Philippa Strache weiterhin für die FPÖ tätig sein oder nach internen Zerwürfnissen fraktionslose Abgeordnete wird. Sie könnte auch noch gänzlich auf ihr Mandat verzichten.

Streit um Philippa Strache: Behörde prüft nun den Fall - Insider warnt FPÖ vor Straches Rache

Update 15.15 Uhr: Bekommt Philippa Strache nun ihr Parlamentsmandat oder nicht? Die FPÖ hatte sich eigentlich dazu entschieden, Strache kein Ticket für das Parlament zu geben - doch die Landeswahlbehörde lässt nun prüfen, ob der 32 Jahre alten Frau des Ex-FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache ein Mandat zugewiesen werden muss. Die zuständige Abteilung der Stadt Wien bestätigte der österreichischen Nachrichtenagentur APA entsprechende Medienberichte. 

Konkret geht es um die Frage, ob der auf der Landesliste vor ihr gereihte Kandidat sein Direktmandat annehmen muss oder auch über die Landesliste ins Parlament einziehen kann. Die zweite Variante würde Strache den Einzug in den Nationalrat verwehren.

Strache und die FPÖ: Folgt die Rache? „Er weiß viel über Skandale“

Update vom 8. Oktober 2019, 10.20 Uhr: Die FPÖ verwehrt Philippa Strache, der Frau ihres Ex-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache, vorerst ein Mandat im österreichischen Nationalrat. Auf dem Ticket der Wiener FPÖ würden vier Kandidaten in das Parlament einziehen, darunter aber nicht Philippa Strache, sagte ein FPÖ-Sprecher am Montagabend in Wien. In Bezug auf die 32-jährige bisherige FPÖ-Tierschutzbeauftragte bestehe „noch Aufklärungsbedarf“, hieß es unter Anspielung auf die Veruntreuungs-Vorwürfe. Es sei noch interne wie externe Aufklärung abzuwarten. „Bis dahin kann Philippa Strache kein Mandat von Wien erhalten“, sagte Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp.

Philippa Strache hatte auf Listenplatz drei der Wiener FPÖ kandidiert. Aufgrund des desaströsen Wahlergebnisses der rechten Partei am 29. September kamen via Landesliste aber nur zwei Abgeordnete weiter. Ein Kandidat hätte aber für Strache aufgrund eines eigenen Direktmandats auch Platz machen können.

Strache könnte sich an Ex-Kollegen rächen - Insider warnt vor Eskalation

Beendet ist das Thema damit aber noch nicht. Parteifreunde von Strache warnen, dass der Konflikt noch eskalieren könnte. Ein Wiener Parteifunktionär sagte gegenüber oe24: „Das kann schon sein, dass Norbert Hofer, Herbert Kickl und Manfred Haimbuchner jetzt einen Schlussstrich unter dem ,Kapitel Strache' ziehen wollen. Doch das ist auch für sie ziemlich gefährlich“. Heinz-Christian Strache liege am Boden, er habe nichts mehr zu verlieren, er sei tief gekränkt erklärt die Quelle. „Jetzt auch noch seine Gattin zu brüskieren, ist für die neue Parteispitze sehr riskant: Der Ex-Vizekanzler hat jahrelang mitbekommen, was auch andere Parteigranden an Spesen bezogen haben. Das war nicht wenig, er hat alle Zahlen.“

Strache wisse viel über gewisse Skandale, in die Parteigrößen wohl verwickelt waren und sind. „Etwa auch über jenen Skandal um eine Werbeagentur und mögliche Kick-back-Zahlungen in Kärnten. Wenn er da der Justiz als Kronzeuge hilft, können noch weitere FPÖ-Promis abtreten, sogar Haftstrafen wären möglich.“

Strache sei von seinen ehemaligen Parteikollegen enttäuscht, da sie schon seit Wochen nicht mehr mit ihm geredet hätten. Der Parteifunktionär erklärt gegenüber oe24: „Offenbar herrscht in der jetzigen Parteispitze große Angst davor, dass Heinz-Christian nach der Einstellung aller Verfahren stärker denn je zurückkommen könnte. Die wollen jetzt ihn, Philippa und den Namen Strache generell vernichten, damit ein politisches Comeback einfach nicht mehr möglich sein soll.“

Video: Heinz-Christian Strache zieht sich aus der Politik zurück

Philippa Strache in den Nationalrat? FPÖ-Vize will sie nicht

Update vom 5. Oktober: Erst am Montag entscheidet sich, ob Philippa Strache überhaupt in den österreichischen Nationalrat gewählt wurde. Doch schon jetzt schlägt allein die Möglichkeit hohe Wellen. Vize-FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner lehnt eine Aufnahme der Frau des Ex-Vizekanzlers Heinz-Christian Strache in die Parteifraktion im Parlament ab. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie Mitglied im freiheitlichen Parlamentsklub wird“, sagte Haimbuchner gegenüber der österreichischen Profil.

Damit bliebe für Philippa Strache noch die Option als fraktionslose, in Österreich „wild“ genannte, Abgeordnete in den Nationalrat zu gehen.

Philippa Strache teilt gegen ihre Partei aus FPÖ aus - Knall nach Österreich-Wahl

Update vom 30. September: Noch ist nicht ganz klar, ob sie überhaupt eines bekommt, aber: Sollte dies der Fall sein, will Philippa Strache ihr Mandat offenbar nicht annehmen. Das soll die Frau des gefallenen Ex-Parteichefs Heinz-Christian Strache gegenüber„Österreich" bestätigt haben. Grund soll die Art sein, wie die Partei ihren Mann in den vergangenen Tagen behandelt habe. Sie wolle damit ein Zeichen gegen alle Intriganten setzen.

In der Parteizentrale der Freiheitlichen werden die Stimmen lauter, die der Meinung sind, Heinz-Christian Strache hätte die Niederlage zu verantworten. „Ohne diesen Wahnsinn auf dem Ibiza-Video wären wir gar nicht in eine derartige Situation gekommen“, zitiert „oe24“ einen Insider. 

Quereinsteigerin Philippa Strache bei der Wahl gescheitert?

News vom 29. September 2019: Die Wähler in Österreich haben am Sonntag entschieden - und das offenbar zu Ungunsten von Philippa Strache: Berichten zufolge hat die Gattin des früheren FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache den Einzug in den Nationalrat verpasst.

Strache-Frau Philippa: Rasante Überholmanöver einer Quereinsteigerin

München/Wien Für Heinz-Christian Strache war es keine gute Woche. Schon die Geschichte über das Spesengebaren des früheren FPÖ-Chefs, der in besseren Zeiten bis zu 10.000 Euro monatlich ausgegeben haben soll, war nicht schön. Aber fast noch eine Bagatelle, verglichen mit den in Österreichs Zeitungen genüsslich zitierten „Sporttaschen voller Bargeld“, die er empfangen haben soll, oder angeblichen Kontakten zu russischen und ukrainischen Geschäftsleuten. 

Mitte der Woche wurde sein früherer Leibwächter festgenommen, weil er in finanzielle Unregelmäßigkeiten verstrickt gewesen sein soll. Und dann sind am Sonntag auch noch Wahlen, und Strache spielt keine Rolle. Jedenfalls nicht Herr Strache.

Strache-Frau Philippa kandidierte auf der Wiener FPÖ-Landesliste

Das Leben des früheren Vizekanzlers ist längst eine Seifenoper, aber auf den jüngsten Dreh wäre man vor der Ibiza-Affäre, die die Karriere des Mannes mit dem Markennamen „HC“ jäh stoppte, nie gekommen. Die politische Hauptrolle bekleidet dieses Wochenende Philippa, seine Ehefrau. Auf der Wiener FPÖ-Landesliste kandidiert sie auf Platz 3. Das sollte reichen.

Das absehbare Mandat ist der nächste Schritt einer Karriere, die schon ein paar Volten hinter sich hat. Politische Erfahrung sammelte Philippa Strache (32) bereits als 18-Jährige, aber noch weit entfernt vom strammrechten Flügel, der sie heute trägt. Als parlamentarische Mitarbeiterin eines SPÖ-Abgeordneten war sie Statistin, als Pressesprecherin im Team Stronach (der Partei des Milliardärs Frank Stronach, der nur ein kurzes Leben beschieden war) schon etwas prominenter aufgestellt. 

Einem Job als Wetterfee im Privatfernsehen folgte nach der Hochzeit mit HC der Aufstieg in der FPÖ. Wobei Aufstieg bis vor kurzem ein sehr großes Wort war. Sie war halt die Frau an der Seite des Parteichefs. Und Tierschutzbeauftragte.

Philippa, die Frau von Österreichs Ex-Vizekanzler Strache, will ins Parlament.

Philippa Strache: Überholmanöver einer Quereinsteigerin

Diese Tätigkeit gab ihr immerhin die Möglichkeit, sich öffentlichkeitswirksam in Szene zu setzen. Der Grund für den vielversprechenden Listenplatz bei der Nationalratswahl 2019 ist sie gleichwohl nicht. In Österreich wird die Personalie so gelesen, dass Frau Strache stellvertretend für Herrn Strache, zu dem die Parteiführung erkennbar auf Distanz gegangen ist, in den Nationalrat einzieht. Sie soll einerseits der treuen Basis ein Quantum Strache bieten, auch wenn manch lang gedienter Parteisoldat pikiert reagierte auf das Überholmanöver der Quereinsteigerin. Andererseits soll die Kandidatur auch HC besänftigen.

Dass der seinen Platz immer noch in der Politik sieht, daran lässt er bei seinen regelmäßigen Facebook-Auftritten keinen Zweifel. Einen Platz in den hinteren Reihen meint er eher nicht. „Wir sind eine freiheitliche Familie“, schreibt er im jüngsten Post. Und die Familie ist immer füreinander da.

Lesen Sie auch: Kann die CDU von Wahlsieger Kurz lernen? Friedrich Merz positioniert sich deutlich.

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