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Ort des Anschlags: Auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt sind Schüsse auf Menschen abgegeben worden.

Schüsse auf Weihnachtsmarkt gefallen

Tote und Verletzte bei Anschlag in Straßburg: Was wir wissen - und was nicht

Bei einem Anschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt hat ein Mann Schüsse auf mehrere Personen eröffnet. Es gibt Tote und Verletzte zu beklagen.

München - In Straßburg hat ein junger Mann auf dem Weihnachtsmarkt das Feuer auf Passanten eröffnet. Es gab Tote und Verletzte. In unserem News-Ticker halten wir Sie über alle Entwicklungen auf dem Laufenden.

In diesem Artikel finden Sie eine Übersicht darüber, was zu dem Anschlag bisher bekannt ist, und was nicht.

Polizeikontrollen nach Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Straßburg - Bilder

WAS WIR WISSEN

Die Tat: Gegen 20 Uhr hat der Mann am Dienstagabend Schüsse abgegeben. Dabei tötete er nach ersten Erkenntnissen drei Menschen und verletzte rund ein Dutzend weitere. Auf seiner Flucht wurde der Schütze bei einem Feuergefecht mit Soldaten verletzt. Anschließend flüchtete er in einem Taxi. 

Der Anschlagsort: Der Weihnachtsmarkt mit rund 300 Buden in der historischen Innenstadt ist bei Touristen sehr beliebt. Er gilt bereits seit Längerem als potenzielles Ziel von Attentätern, weshalb 300 Polizisten und 160 private Wachleute für die Sicherheit sorgen. Mit Betonblöcken sollen Angriffe per Fahrzeug wie etwa 2016 am Berliner Breitscheidplatz verhindert werden. 

Der Tatverdächtige: Unter Tatverdacht steht ein 29-Jähriger, dessen Name mit Cherif C. angegeben wird. Der in Straßburg geborene und aufgewachsene Mann wurde wegen diverser Einbrüche verurteilt und saß bereits in Deutschland in Haft, ehe er 2017 aus der Bundesrepublik ausgewiesen wurde. Er ist den französischen Behörden als potenzieller Gefährder bekannt und war auch dort bereits von einem Gericht verurteilt worden. Weil C. seit der Zeit im Gefängnis als radikalisiert gilt, taucht sein Name in der Sicherheitsakte "Fiche S" auf, einer Liste von Personen, die verdächtigt werden, radikal zu sein. Am Tag der Tat sollte C. von Polizisten in seiner Wohnung festgenommen werden, wurde jedoch nicht angetroffen. In der Wohnung entdeckten die Behörden deponierte Granaten.

Das Umfeld: Die Sicherheitsbehörden gehen nach dpa-Informationen davon aus, dass der mutmaßliche Attentäter zusammen mit seinem 34 Jahre alten Bruder Sami C. auf der Flucht ist. Beide gelten demnach als islamistisch radikalisiert. Laut Berliner Tagesspiegel wohnten sie in Straßburg. Die Brüder würden dem Straßburger Islamistenmilieu zugerechnet, sagte ein hochrangiger Sicherheitsexperte der Zeitung. Ermittler haben derweil vier Menschen aus dem Umfeld von Cherif C. in Gewahrsam genommen.

Folgen: Frankreich hat als Reaktion die höchste Terrorwarnstufe verhängt. Am Grenzübergang in Kehl werden Fahrzeuge kontrolliert - es wird vermutet, dass sich Cherif C. nach Deutschland absetzen will. 350 Sicherheitskräfte sind an der Fahndung nach dem Täter beteiligt - unter anderem 100 Mitarbeiter der Kriminalpolizei, Spezialeinheiten und Soldaten. Auch zwei Hubschrauber sind im Einsatz. 

Polizei im Einsatz: In Kehl werden Fahrzeuge an der Grenze kontrolliert.

WAS WIR NICHT WISSEN

Motiv: Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Bislang kann nur darüber spekuliert werden, ob der Angriff mit der geplanten Festnahme von C. zusammenhängt. Zudem ist nicht bekannt, warum der Mann inhaftiert werden sollte. Die Ermittler vermuten einen terroristischen Hintergrund der Tat.

Die Tatwaffen: Noch gibt es keine gesicherten Erkenntnisse über die Art der Schusswaffe, die der Schütze neben dem Messer bei sich getragen hat. Staatsanwalt Remy Heitz sprach von einer automatischen Pistole. Nicht geklärt ist zudem, ob der Täter die Schusswaffe legal besitzt oder wie er diese in die Hände bekam.

Die Opfer: Über die Nationalitäten der Toten und Verletzten ist nicht viel bekannt. Laut dem Krisenreaktionszentrum befinden sich darunter aber keine deutschen Staatsbürger. Bei einem der drei getöteten Menschen soll es sich um einen Touristen aus Thailand handeln, der erst wenige Stunden zuvor mit seiner unverletzt gebliebenen Frau eingereist war. Nach Medienberichten starb er durch einen Schuss in den Kopf. Unter den Verletzten ist auch ein italienischer Radiojournalist, wie ein Sprecher des Außenministeriums der dpa bestätigte.

Verletzung des Schützen: Es ist zwar bekannt, dass der mutmaßliche Schütze bei einer Auseinandersetzung mit der Polizei verletzt wurde. Allerdings gibt es keine gesicherten Erkenntnisse über die Art und Schwere der Blessur und inwiefern diese ihn einschränkt.

Komplizen: In allen Berichten ist von einem Schützen die Rede. Offen ist jedoch, ob es bei dem Anschlag Komplizen gab. Was dafür sprechen würde: Der mutmaßliche Schütze Cherif C. soll sich gemeinsam mit seinem Bruder Sami C. auf der Flucht befinden. Die Rolle von Letzterem am Dienstagabend ist noch undurchsichtig.

Lesen Sie auch: „Bedrohungssituation“ in Aschaffenburg: Polizei mit Großaufgebot vor Ort

mg

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