+
Bei einem Einsatz in der Erstaufnahmeeinrichtung in Dresden haben etwa 50 Heimbewohner die Polizei angegriffen.

Drei Verletzte, vier Festnahmen

Streit in Dresdner Asylheim eskaliert: Rund 50 Flüchtlinge greifen Polizei an

Ein Streit bei der Essensausgabe in einem Flüchtlingsheim in Dresden eskaliert. Rund 50 Asylbewerber griffen die Polizei an. 

Dresden - Bei einem Einsatz in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Dresden haben etwa 50 Heimbewohner die Polizei angegriffen - zwei Beamte und ein Wachmann wurden verletzt. Erst durch die Verstärkung der Einsatzkräfte sei die Lage wieder unter Kontrolle gebracht worden, teilte die Polizeidirektion Dresden am Sonntag mit. Vier Bewohner wurden nach dem Vorfall am Freitagabend festgenommen. 

Inzwischen sitzt nur noch ein 42-jähriger Tatverdächtiger in Haft. Aufgrund eines bestehenden Haftbefehls mit dem Ziel einer Abschiebung sei der Georgier in ein Gefängnis gebracht worden, erklärte die Polizei Dresden am Montag. Drei weitere Männer, die vorläufig festgenommen worden waren, kamen wieder auf freien Fuß.

Streit an der Essensausgabe eskaliert - Wachmann ruft Polizei zur Hilfe

In der Unterkunft war den Angaben zufolge bei der Essensausgabe ein Streit zwischen zwei Männern aus Georgien eskaliert. Daraufhin habe das Sicherheitspersonal die Polizei um Hilfe gebeten. Die Beamten griffen ein und stoppten den Streit zunächst. „In der Folge sammelten sich circa 50 Heimbewohner und griffen die Einsatzkräfte an, indem sie nach ihnen mit glühenden Zigaretten warfen, traten und schlugen“, steht in der Mitteilung. „Ein Angreifer versuchte die Beamten mit einer Eisenstange aus seinem Bettgestell zu attackieren, was verhindert werden konnte.“

Zwei Polizisten und ein Wachmann seien verletzt worden. Erst mit dem Einsatz weiterer Polizeikräfte sei die Lage am Freitag unter Kontrolle gebracht worden. Vier Tatverdächtige aus Georgien im Alter von 17, 20, 27 und 42 Jahren wurden vorläufig festgenommen. Gegen sie laufen nun Ermittlungen wegen Verdachts des Landfriedensbruchs.

Erinnerungen an den dramatischen Einsatz von Ellwangen

Die Polizisten erlitten leichte Verletzungen, es handele sich um Prellungen, ergänzte ein Sprecher auf Anfrage. Wie viele Beamte im Einsatz waren, konnte die Polizei in Dresden nicht zunächst sagen. Der Betreiber des Heims war am Sonntag zunächst nicht zu erreichen.

Erst kürzlich hatten sich Polizisten im baden-württembergischen Ellwangen bei einem Einsatz in einem Heim plötzlich einer Menge gegenüber gesehen. 150 bis 200 Flüchtlinge hatten teils gewaltsam verhindert, dass die Polizei einen Mann aus Togo aus der Unterkunft abholte. Der 23-Jährige wurde Tage später bei einem Großeinsatz schließlich doch gefasst und in Abschiebehaft gebracht.

Seehofer zu Besuch in Dresden erwartet - Themen: Sicherheit und Migration

An diesem Montag wird Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zu einem Besuch in Dresden erwartet. Bei dem schon länger geplanten Treffen mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und dessen Innenminister Roland Wöller (CDU) will Seehofer das Thema Sicherheit und Migration erörtern.

Lesen Sie auch:

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hambacher Forst: Gericht bestätigt Verbot des Demonstrationszugs
Im Hambacher Forst ist ein Journalist bei einem Sturz ums Leben gekommen. Trotzdem wird die Räumung laut RWE-Chef fortgesetzt werden - ein Demonstrationszug wurde …
Hambacher Forst: Gericht bestätigt Verbot des Demonstrationszugs
Geschwister warnen vor US-Kongresswahlen: Wählt nicht unseren Bruder!
Bei den Kongresswahlen in Arizona muss Paul Gosar nicht nur gegen seinen demokratischen Herausforderer antreten - sondern auch gegen seine Familie.
Geschwister warnen vor US-Kongresswahlen: Wählt nicht unseren Bruder!
Burkaverbot und „Fair Food“: Die Schweiz stimmt ab
In der Schweiz treffen die Bürger bei Volksabstimmungen am Sonntag Entscheidungen zum muslimischen Gesichtsschleier sowie zu Fragen der Ernährung und Landwirtschaft.
Burkaverbot und „Fair Food“: Die Schweiz stimmt ab
AfD-Kundgebung: 4000 protestieren gegen Rechts
Rostock (dpa) - In der Rostocker Innenstadt haben sich nach Polizeiangaben rund 4000 Menschen einer Demonstration der AfD friedlich entgegengestellt. Dem Aufruf zur …
AfD-Kundgebung: 4000 protestieren gegen Rechts

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion