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Streit um Antisemitismus-Doku: Nichts für den Giftschrank

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Ganz Deutschland diskutiert über eine Dokumentation, bevor sie überhaupt erschienen ist. Dabei soll sich jeder selbst ein Bild machen, findet Autorin Astrid Kistner.

München - Über einen Film zu diskutieren, den man nicht gesehen hat, ist ein Unding. Allein schon deswegen ist es richtig, dass die ARD – und nach einigem Hin und Her – nun auch Arte entschieden haben, die umstrittene Antisemitismus-Doku „Auserwählt und ausgegrenzt. Der Hass auf Juden in Europa“ zu zeigen. So kann sich das Publikum selbst ein Bild machen und sich fragen, warum ein deutsch-französischer Kulturkanal eine Antisemitismus-Doku in Auftrag gibt, die, so der Münchner Autor, „möglichst ergebnisoffen“ sein sollte.

Der Film aber bezieht Stellung. Eine, die den Verantwortlichen Kopfzerbrechen bereitete? In der Begründung, warum Arte den Film zunächst nicht zeigen wollte, hieß es, er weiche zu sehr vom vereinbarten Konzept ab. Dass sich im Laufe einer Recherche neue Erkenntnisse ergeben, dass sich Schwerpunkte verlagern, sollte den Verantwortlichen aber eigentlich klar sein. Kein Grund, das Werk in den Giftschrank zu verbannen und 165 000 Euro Gebührengelder zu verschleudern.

Souverän und vernünftig wäre gewesen, die kritisierten Mängel nachzuarbeiten oder den Vorwurf der einseitigen Berichterstattung mit den Autoren zu entkräften. Im Streit um journalistische Sorgfaltspflicht und Transparenz sind es Arte und die ARD, die keine gute Figur machen.

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