Deutsche Journalistin Mesale Tolu kommt aus türkischem Gefängnis frei - doch es gibt zwei Auflagen

Deutsche Journalistin Mesale Tolu kommt aus türkischem Gefängnis frei - doch es gibt zwei Auflagen
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In der Ferienmetropole am Mittelmeer gilt das Burkini-Verbot seit vergangener Woche. Foto: Jean Christophe Magnenet/AFP/dpa

Streit um Burkini-Verbote in Frankreich verschärft sich

Welche Strandbekleidung ist nach den Terrorattacken korrekt? Darüber wird seit Wochen in Frankreich heftig debattiert. Nun schaltet sich Innenminister Cazeneuve ein.

Nizza (dpa) - Der Streit um das Verbot von Ganzkörper-Badeanzügen für Musliminnen in Frankreich eskaliert. Bilder einer Frau, die am Strand von Nizza von vier Polizisten kontrolliert wird, lösten Empörung aus.

In der Ferienmetropole am Mittelmeer gilt das Burkini-Verbot seit vergangener Woche, ebenso wie in Cannes und einigen anderen Badeorten der französischen Riviera.

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve schaltete sich in die aufgeheizte Debatte ein. Burkini-Verbote dürften nicht zu Stigmatisierungen führen, sagte Cazeneuve am Mittwoch in Paris laut Nachrichtenagentur AFP. Franzosen dürften nicht gegeneinander aufgebracht werden, fügte er nach einem Gespräch mit dem Chef des islamischen Dachverbandes CFCM, Anouar Kbibech, hinzu.

"Polizei der Schande", kommentierte Marwan Muhammad, Präsident des Kollektivs gegen Islamophobie in Frankreich (CCIF), laut AFP. Die Organisation hatte bereits angekündigt, gegen die Burkini-Verbote der südfranzösischen Kommunen rechtlich vorzugehen.

Fotos, die unter anderem vom britischen "Guardian" veröffentlicht wurden, zeigen vier Polizisten, die die mit einem türkisfarbenen Turban und einer Bluse mit langen Ärmeln bekleidete Frau am Strand von Nizza umringen. Man sieht, dass sie diese Bluse auszieht, wobei nicht deutlich wird, ob dies aus eigener Initiative oder auf Anweisung der Ordnungshüter geschieht.

Seit Wochenbeginn bekamen in Nizza etwa 15 Frauen Strafzettel. Diskutiert wird auch über eine Frau, die verhüllt am Strand von Cannes war und verwarnt wurde.

Ex-Staatspräsident Nicolas Sarkozy, der 2017 wieder den Élysée-Palast zurückerobern will, fordert unterdessen ein neues Gesetz. Äußere Zeichen einer Religionszugehörigkeit sollten verboten werden, sagte der Konservative dem TV-Sender TF1 mit Blick auf Schulen, Universitäten oder Unternehmen. "Man sperrt Frauen nicht hinter Tüchern ein." Mit Blick auf Burkinis fügte er hinzu: "Jeder sieht es, das ist eine Provokation."

In Nizza herrscht seit dem Terrorattentat vom 14. Juli eine besonders gereizte Stimmung. An der Strandpromenade hatte ein Islamist einen Lastwagen in eine Menschenmenge gesteuert und 86 Menschen umgebracht.

Mehrere Kommunen in Südfrankreich hatten Burkinis verboten. Im Erlass von Cannes ist diese Badebekleidung mit integrierter Kopfbedeckung nicht explizit erwähnt; gefordert wird eine korrekte Strandbekleidung. Der französische Staatsrat wird am Donnerstag über das Burkini-Verbot einer Riviera-Gemeinde beraten. Die Menschenrechtsliga hatte dies beantragt.

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