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Steht in der Kritik: Horst Seehofer.

„Besserwisser“

Streit um CSU-Chef Seehofer flammt wieder auf - und einer schweigt

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CSU-Chef Horst Seehofer ist angegriffen von der wieder aufflammenden Personaldebatte um seine Zukunft. Einer schweigt nach Peter Gauweilers deutlicher Kritik.

München – Der grimmige Blick und das genervte Kopfschütteln lassen eigentlich keine Frage mehr offen. „Wissen Sie“, schnaubt Horst Seehofer dann, „wir kennen den Peter Gauweiler. Sein Handeln erklärt sich von selbst. Es bedarf keines Kommentars.“ Den letzten Satz wiederholt er auf alle Nachfragen.

Kein Zweifel: Der CSU-Chef ist angegriffen von der wieder aufflammenden Personaldebatte um seine Zukunft. Mit der Attacke seines früheren Parteivizes Gauweiler („Horst, es ist Zeit!“) hat Seehofer nicht gerechnet. Gauweiler verlangt offen eine Kampfabstimmung über den Parteivorsitz, per Mitgliederbefragung oder am nächsten Parteitag. Er ruft Markus Söder auf, gegen den „alten Löwen“ anzutreten. Per BR-Interview meldet sich zudem Günther Beckstein zu Wort mit Episoden aus seiner Vergangenheit: Er sei ja 2008 „bei einem Ergebnis von 43,8 Prozent als Ministerpräsident zurückgetreten“. Zur Wahrheit gehört: Es waren nur 43,4 und eine Landtagswahl, die Botschaft ist aber klar: Redet über Seehofers Rückzug!

Gauweiler und Beckstein mögen nur einfache Parteimitglieder von hohem Mitteilungsdrang sein – ihre Wortmeldungen schaden Seehofer aber erheblich. Er hatte die Personaldebatte auf den Parteitag Mitte November schieben wollen, um für die Gespräche mit der Union ab Sonntag und später anderen Parteien Luft zu haben. Nun droht ein Aufflammen.

Scheuer: CSU braucht keine Besserwisser

Ungewöhnlich ruppig, vielleicht auch zu grob, greift die Parteizentrale daher Gauweiler an. Ein „disziplinloser Besserwisser“ sei der, verbreitet Generalsekretär Andreas Scheuer, solche brauche die CSU nicht. „Gauweiler betreibt vorsätzliche Schwächung der Partei.“ Oberbayerns Bezirksvorsitzende Ilse Aigner nennt den Vorstoß „wenig hilfreich“ mit Blick auf die Verhandlungen mit der CDU. „Ich frag’ mich nur: Wem soll das jetzt nutzen?“

Die Antwort kennt sie. Markus Söder reagiert nicht auf Gauweiler. Er genießt und schweigt. Das Ausmaß der Unruhe ist hoch genug. Aus München meldet sich etwa Stadtrats-Fraktionschef Manuel Pretzl zu Wort. Gauweiler habe die inhaltlichen Defizite klar und richtig benannt. Pretzl rügt das „flegelhafte Rumgemotze von Scheuer“, der als Generalsekretär und Chef der Niederbayern-CSU „den total danebengegangenen Wahlkampf zu verantworten“ habe. Ähnliches sagen mehrere Münchner Abgeordnete aus Bund und Land über Scheuer.

Kraftakt zur Selbstverteidigung?

Für Seehofer wird es nun noch ein bisschen unschöner in den nächsten Wochen. Die Liste der CSU-Untoten, die sich als nächste zu Wort melden können, kann er ja auch selbst schreiben – jeder, der eine Rechnung mit ihm offen hat, und das sind wegen seines bisweilen ruppigen Umgangs viele. Wird also schon die nächste Sitzung des Parteivorstands am 16. Oktober wieder ein Kraftakt zur Selbstverteidigung?

In München trifft Seehofer am Freitag zufällig auf Oberbürgermeister Dieter Reiter, SPD, dem dessen Vorgänger Ude mit Einmischungen in die Politik auf die Nerven geht. „Pensionierte Herren, die sich gern zu Wort melden, hast Du auch“, raunt Seehofer ihm zu. Reiter antwortet mitleidsvoll: „Aber nur einen.“ 

Lesen Sie auch: Merkels Koalitions-Probleme: Höchste Hürde Horst?

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