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Erwin Huber

Nach harscher Kritik der Kirchen

„Identitätssuche nicht den Rechtsradikalen überlassen“: So stützt Huber Söders Kreuz

Ministerpräsident Markus Söder wird von vielen Seiten für seinen Kruzifix-Vorstoß kritisiert. Nun springt ihm ein einstiger Vertrauter zur Seite, den er eigentlich vergrault hatte.

München - Seit Tagen schwelt der Streit um Markus Söders Kruzifix-Erlass. Am Montag haben sich nun einige prominente CSUler aus der zweiten Reihe zu Wort gemeldet, um dem Ministerpräsidenten den Rücken zu stärken. Zum einen Ex-Parteichef Erwin Huber - noch überraschender kam aber die Zustimmung eines anderen Parteifreundes daher.

Huber sagte der Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Söders Schritt sei „mutig“, aber auch „notwendig“ gewesen. Die Politik müsse „die Identitätssuche der Menschen ernstnehmen“. Diese dürfe nicht „den Rechtsradikalen oder der AfD überlassen“ werden.

„Das Christentum hat unsere Identität, die Identität Bayerns geprägt“, sagte der Niederbayer. „Im Übrigen haben wir in Deutschland ja keine strikte Trennung von Staat und Kirche wie etwa in Frankreich, wir haben eine Partnerschaft“, betonte Huber.

Er schien zugleich auch auf die Kritik von Seiten der Kirche zu reagieren, über die unter anderem merkur.de* berichtet hatte: Er finde es „bedauerlich, dass der Beschluss der Staatsregierung zum Kreuz jetzt so scharf kritisiert wird“. Der Zentralrat der Muslime, aber auch Charlotte Knobloch als wichtige Vertreterin der jüdischen Gemeinde hätten kein Problem mit dem Beschluss oder ihn sogar begrüßt.

Söder erhält überraschende Schützenhilfe von einem, den er fallen ließ

Zuvor hatte der ehemalige bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) den Vorstoß von Ministerpräsident Markus Söders für Kreuze in Landesbehörden verteidigt. Den zahlreichen Kritikern warf er einen „Willen zum bewussten Missverstehen“ vor. „Der bayerische Ministerpräsident steht mit seinem Vorstoß auf dem Boden der bayerischen Verfassung“, sagte Spaenle am Montag der Deutschen Presse-Agentur in München.

Der ehemalige Minister ergänzte, es treffe nicht zu, dass Söder mit seiner Entscheidung das Kreuz interpretiere. Söder tue nichts anderes, als auf die Verfassung des Freistaats Bezug zu nehmen. Dort heißt es unter anderem in Artikel 131, oberste Bildungsziele seien die „Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen“.

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Söder hatte Spaenle völlig überraschend nicht in sein Kabinett berufen, daher ist die Unterstützung doch ein wenig verblüffend. „Ich wünsche dem neuen Ministerpräsidenten alles Gute und echte Freunde“, hatte Spaenle damals verbittert erklärt*. Eigentlich galt der einstige Kultusminister als Freund Söders, war gar Taufpate seines Sohnes. Beiden wurde zuletzt aber nachgesagt, dass Eiszeit zwischen ihnen herrsche*.

Kritik der Kirchen an Söder

Zuletzt hatte insbesondere der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, die Entscheidung des bayerischen Kabinetts für Kreuze in Landesbehörden kritisiert. Dadurch seien „Spaltung und Unruhe“ entstanden, sagte der Erzbischof von München und Freising der „Süddeutschen Zeitung“. Wer das Kreuz nur als kulturelles Symbol sehe, habe es nicht verstanden. Es stehe dem Staat nicht zu, zu erklären, was das Kreuz bedeute.

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Söder hatte nach dem Kabinettsbeschluss zunächst gesagt, das Kreuz sei „nicht ein Zeichen einer Religion“. Später räumte er ein: „Natürlich ist das Kreuz in erster Linie ein religiöses Symbol.“

dpa/mke/fn

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