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Nach dem Streit ums Mathe-Abi: Bayerns Kultusminister lehnt neuen Vorstoß ab

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Von: Florian Naumann, Dirk Walter

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Kultusminister informiert über bayerisches Mathematik-Abitur
Bayerns Kultusminister Michael Piazolo. © dpa / Peter Kneffel

Der Zoff ums Mathi-Abi zeigt weiter Wirkung. Nun wird über ein Zentral-Abitur debattiert. Doch selbst Unions-Minister sind sich in dieser Frage uneins.

München - Unter den Bundesländern mit konservativen Kultusministern gibt es Streit über die künftige Gestaltung des Abiturs. Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) lehnt die Initiative seiner baden-württembergischen Kollegin Susanne Eisenmanns (CDU) für ein Zentralabitur in Deutschland ab. Er wolle am bisherigen System mit Aufgabenpools festhalten, erklärte er gegenüber dem Münchner Merkur

„Mit den gemeinsamen Bildungsstandards sind wir in der Kultusministerkonferenz seit vielen Jahren auf einem guten Weg, den wir konsequent weitergehen sollten“, sagte er. „Ein Zentralabitur mit identischen Lehrplänen ist daher abzulehnen.“ Im Föderalismus solle jedes Bundesland die Möglichkeit haben, länderspezifische Lehrpläne zu haben. „Gerade die regionale Vielfalt an Lerninhalten ginge sonst unwiederbringlich verloren.“

Zentralabitur für ganz Deutschland? Lehrerverband lobt Initiative

Der Deutsche Lehrerverband hat den Vorstoß aus Baden-Württemberg hingegen gelobt. Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger forderte am Donnerstag in Berlin die Politik auf, zu handeln, um Vergleichbarkeit und Qualität des Abiturs in Deutschland wiederherzustellen. "Spätestens nach den Vorgängen rund um das Matheabitur 2019 und der Feststellung des Bundesverfassungsgerichts, dass die Abiturnoten in Deutschland derzeit nicht vergleichbar sind, besteht dringender Handlungsbedarf, wenn man das Abitur als entscheidende Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland retten will."

Das diesjährige Matheabitur war von Abiturienten als zu schwer kritisiert worden, woraufhin das Saarland und Hamburg den Abiturienten Zugeständnisse in Form von einer Aufwertung der Ergebnisse und der Möglichkeit zu einer mündlichen Prüfung machten. Bayern gewährte nach längerer Debatte keinen Noten-Nachlass. Der bestehende gemeinsame Aufgabenpool ist nach Einschätzung des Lehrerverbands damit gescheitert.

mm/AFP/fn

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