Keine Entlastung für Verbraucher

Strompreis hat sich fast verdoppelt

München – Seit Jahren sinken an der Strombörse die Preise, doch die Verbraucher bekommen das nicht zu spüren. Unterdessen hat die CSU im Streit einen Teilerfolg erzielt.

Innerhalb der letzten 14 Jahre ist der Preis für die Kilowattstunde für die Haushalte um 92 Prozent gestiegen, die Erzeugung wurde nur 35 Prozent teurer, errechnete das Statistische Bundesamt.

Für Stadtwerke und Energieversorger sind die Großhandelspreise in diesem Zeitraum um rund vier Prozent gesunken. Sie können also Strom billig einkaufen und ihn teuer verkaufen. Weitere Preistreiber für private Stromkunden sind laut Statistik höhere Steuern und Abgaben, die inzwischen knapp über die Hälfte des Preises ausmachen. Seit der Wirtschaftskrise 2008/ 2009 hat sich der Anstieg der Stromkosten für die privaten Haushalte und kleine Unternehmen sogar beschleunigt. 29,13 Cent zahlt ein Durchschnittshaushalt mittlerweile für eine Kilowattstunde.

Ob der Strompreis zum Jahreswechsel spürbar nachlässt, ist offen. Die Ökostrom-Umlage zur Förderung von Anlagen für erneuerbare Energien sinkt immerhin. Sie macht etwa ein Fünftel des Strompreises aus. Die Höhe für 2015 soll nächste Woche bekannt werden.

Unterdessen hat die CSU im Streit um die Stromtrassen auf Bundesebene einen Teilerfolg erzielt. Bei einem Strom-Gipfel in Berlin einigten sich CSU-Chef Horst Seehofer, seine Energieministerin Ilse Aigner und SPD-Chef Sigmar Gabriel darauf, die Entscheidung über zwei Haupt-Stromtrassen der Energiewende bis Anfang 2015 zu vertagen. „Die bayerische Staatsregierung hat uns gesagt, dass sie etwa im Januar mit ihrem Dialogprozess fertig sein will“, sagte Gabriel. Parallel zu dieser Konsultation der Bürger würden derzeit die Planungen dahingehend überprüft, ob alle Trassen im geplanten Umfang notwendig sind.

Seehofer hatte angekündigt, den Dialog notfalls auch gegen den Willen Berlins zu führen. Offenbar könne man nun aber gemeinsam vorgehen, hieß es am Abend in CSU-Kreisen: „Es heißt nicht mehr ,Bayern gegen den Rest der Welt.‘“ 

afp/cd

Rubriklistenbild: © dpa

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