Seehofer unter Beschuss

Bauern kritisieren Pläne zur Erdverkabelung

München - Der Bayerische Bauernverband befürchtet Nachteile durch die von der Bundesregierung verstärkt geplante Erdverkabelung von Stromtrassen.

Der Verband äußerte sich gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Samstag kritisch, dass "nun von heute auf morgen auf die bisher wenig erforschte und sehr teure Erdverkabelung gesetzt werden soll". Die Bauern befürchten, dass dadurch im Vergleich zu den bislang üblichen Freileitungen gravierende Eingriffe in den Boden und seine Struktur zu erwarten seien.

Das Gleichstromkabel in der Erde führe zu einer Erwärmung des Bodens. "Daraus ergeben sich dauerhaft erhebliche Produktionseinbußen auf landwirtschaftlichen Flächen", teilte der Verband laut "FAZ" mit.

Der Bauernverband stellte sich damit gegen den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chef Horst Seehofer, der in Verhandlungen mit dem Bund auf Erdkabel gedrängt hatte. Am Mittwochabend hatten die Parteichefs von Union und SPD beschlossen, Erdkabeln bei Gleichstrom-Stromtrassen künftig den Vorzug zu geben, und waren damit den Forderungen Seehofers entgegengekommen.

Angesichts des Zorns vieler Bürgerinitiativen auf den Berliner Energie-Kompromiss will Seehofer die Kritiker zugehen. „Natürlich suche ich da das Gespräch“, sagte der CSU-Chef am Samstag vor einer Parteivorstandssitzung in München. Die Kritik sei allerdings „schwer verständlich“. Schließlich habe die CSU in der Koalition durchgesetzt, dass es keine „Monstertrassen“ quer durch Bayern gebe, sondern Erdkabel - und die auch noch deutlich verkürzt.

Seehofer betonte, er sei mit dem Ergebnis hochzufrieden. Die CSU habe „alles getan zur Schonung der Bürger und zur Schonung unserer wunderschönen bayerischen Landschaft“. Er betonte: „Es ist sichergestellt, dass es keine Todsünden in der Zukunft gibt.“ Die Erdkabel werde man im Gegensatz zu Stromtrassen nämlich gar nicht sehen.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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