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Zerstöre Stromleitungen in einer von Hurrikan "Maria" getroffenen Region in Puerto Rico. Foto: Jim Wyss/Miami Herald

Millionen-Auftrag

Stromvertrag für US-Minifirma in Puerto Rico macht Wirbel

Ein Zwei-Mann-Unternehmen bekommt einen 300-Millionen-Dollar-Vertrag zum Wiederaufbau des Stromnetzes in Puerto Rico. Das die Minifirma ihren Sitz im Heimatort des US-Innenministers hat, ist reiner Zufall - sagt der Politiker.

Washington/San Juan (dpa) - Mehr als einen Monat nach dem Hurrikan "Maria" haben 70 Prozent der Karibikinsel Puerto Rico immer noch keinen Strom. Umso größer ist der Wirbel um einen Vertrag über 300 Millionen Dollar (knapp 260 Millionen Euro), den die staatliche Elektrizitätsgesellschaft Prepa zum Wiederaufbau eines Teils des Stromnetzes vergeben hat.

Erhalten hat ihn die Firma WhitefishEnergy im US-Staat Montana, die nach Medienberichten erst seit zwei Jahren existiert und bis September nur zwei Vollzeitangestellte aufwies. Prepa gab ihr demnach den Zuschlag, ohne weitere Angebote einzuholen.

Das Vorgehen erregt zum einen Aufsehen, weil der Standort des Unternehmens, Whitefish, die Heimat von US-Innenminister Ryan Zinke ist. Er und der Topmanager der Energiefirma kennen sich, und der Sohn des Ministers hatte dort einen Job in den Sommerferien, wie unter anderem die "New York Times" berichtete.

Die US-Behörde für Katastrophenmanagement (Fema) äußerte am Freitag außerdem "bedeutende" Bedenken gegen die im Vertrag vereinbarten Preise für die Dienstleistungen: So soll der Stundenlohn für die Arbeiter nach Angaben der "Washington Post" je nach Position zwischen 188 und 440 Dollar (etwa 162 und 380 Euro) liegen.

Puerto Rico ist ein hoch verschuldetes US-Außengebiet, gebeutelt von einer schon mehr als zehn Jahre andauernden Rezession. Dann kam am 20. September "Maria" und verwüstete die Insel schwer. Fema würde normalerweise einen Teil der Kosten für den Wiederaufbau und damit auch die Wiederherstellung des Stromnetzes übernehmen. Die Behörde warnte jedoch, dass sie sich weigern könnte, sollte der Vertrag zwischen Whitefish und Prepa gegen Vorschriften verstoßen.

Die Elektrizitätsgesellschaft verteidigte sich den Medienberichten zufolge damit, dass sie nur schwer Vertragspartner finde, weil Prepa insolvent sei und unter Gläubigerschutz stehe. WhitefishEnergy habe sich bereit erklärt, rasch zu arbeiten. Zinke seinerseits erklärte, er habe nichts mit der Vertragsvergabe zu tun gehabt.

Fema-Mitteilung

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