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Wenn Nicht-Europäer zu ihren Ehepartnern nach Deutschland ziehen wollen, müssen sie Deutschkenntnisse nachweisen.

Studie: Ausländer befürworten Sprachtest

Nürnberg - Die meisten betroffenen Zuwanderer finden den verpflichtenden Sprachtest für Ehegatten aus dem Ausland einer Studie zufolge sinnvoll.

Das geht aus einer Studie des Bundesamtes für Migration hervor, die der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch vorlag. Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet. Etwa ein Drittel der betroffenen Ehegatten empfindet den Test demnach zwar als belastend, doch mehr als 80 Prozent halten den recht einfachen Pflichttest für sinnvoll. Unter denen, die den Test tatsächlich ablegen mussten und nicht unter eine Ausnahmeregelung fielen, sei die Zustimmung sogar noch höher, heißt es in der Befragung.

„Die Studie zeigt für mich, dass die Kritik an den Sprachtests offensichtlich an den Interessen der Betroffenen vorbeigeht“, sagte der Präsident des Bundesamtes, Manfred Schmidt, der Zeitung.

Alle Ehegatten aus Ländern außerhalb der EU müssen den Test ablegen, bevor sie zu einem Partner nach Deutschland ziehen dürfen. Nach Angaben der Bundesregierung sind bei dem Test Sprachkenntnisse auf niedrigstem Niveau gefordert wie Antworten zu Fragen wie „Haben Sie einen Schulabschluss?“ oder „Arbeiten Sie zurzeit?“.

Seit ihrer Einführung 2007 war die Regelung immer wieder kritisiert worden, weil sie Ehepaare und Familien belaste und lange Zeit trennen könne. Die EU-Kommission hat wegen des Tests ein Verfahren wegen Verletzung europäischen Rechts gegen Deutschland eröffnet.

Für die Studie hatte das Bundesamt im Frühjahr 2013 stichprobenartig knapp 2500 Frauen und Männer befragt. Berücksichtigt wurden Ehegatten, die zwischen 2005 und 2012 nach Deutschland gekommen sind. Sie kamen aus der Türkei und der Ukraine, aus Jugoslawien, Russland, Indien, Pakistan, Thailand, und von den Philippinen.

dpa

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