Özil bricht Schweigen und verteidigt Erdogan-Foto 

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Volksentscheide sind in Deutschland weiterhin die Ausnahme, obwohl sich zwei von drei Deutschen mehr direkte Beteiligung wünschen.

Neue Studie

Bürger wünschen sich mehr direkte Beteiligung

Gütersloh - Sinkende Wahlbeteiligung und Politikerverdrossenheit stellen das Politiksystem in Frage. Mehr direkte Bürgerbeteiligung würden die repräsentative Demokratie stärken, sagt eine neue Studie.

Die direkte Beteiligung der Bürger etwa durch Volksabstimmungen würde die Demokratie einer aktuellen Studie zufolge stärken. Dabei sei der Nachholbedarf bei direktdemokratischen Verfahren in Deutschland besonders hoch, hieß es in der am Freitag veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung. Mehr als zwei Drittel der 2700 Befragten wollen demnach Entscheidungen selber treffen. Diesen Wunsch beurteilen gewählte Politiker allerdings skeptisch. Die Mehrheit von ihnen - rund 80 Prozent - will Entscheidungen nicht direkt vom Bürgerwillen abhängig machen.

Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit der Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg, Gisela Erker, und mehreren Wissenschaftlern. Die Autoren widersprechen ausdrücklich Vermutungen, wonach direkte Bürgerbeteiligung der repräsentativen Demokratie schade. „Wer sich an Bürgerentscheiden oder -dialogen beteiligt, geht mit höherer Wahrscheinlichkeit auch zur Wahl und umgekehrt“, sagte Erler.

Akzeptanz der politischen Entscheidungen würde steigen

Bürgerbeteiligung verhindere Fehlplanung und Fehlinvestitionen, sagen mehr als 68 Prozent der Bürger und 62,5 Prozent der befragten Politiker. 79 Prozent der Bürger sind der Meinung, dass durch Bürgerbeteiligung neue Ideen in den Planungsprozess einfließen. Auch drei Viertel (75 Prozent) der Politiker teilen diese Einschätzung.

Die bessere Beteiligung der Bürger erhöhe außerdem die Akzeptanz politischer Entscheidungen. 66 Prozent der Bürger sind demnach eher bereit, Ergebnisse zu akzeptieren, mit denen sie inhaltlich nicht einverstanden sind, wenn sie vorher gehört worden sind und die Möglichkeit zur Mitsprache hatten.

69 Prozent der Bürger wollen mehr und direkter mitentscheiden. Die große Mehrheit der befragten Politiker verstehe ihr Mandat als frei und unabhängig von konkreten Bürgerpräferenzen und würde im Zweifel auch gegen die Bürgermehrheit entscheiden. Das finden der Umfrage zufolge nur halb so viele (rund 43 Prozent) der Bürger richtig.

dpa

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