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„Wir schaffen das!“ Eine Studie bemängelt, dass die Medien Merkels Flüchtlingspolitik zu wenig hinterfragten.

Tausende Artikel analysiert

Studie: Medien haben bei Berichterstattung zur Flüchtlingskrise versagt

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Eine neue Studie bemängelt die Berichterstattung zur Flüchtlingskrise: Journalisten hätten Merkels Politik unhinterfragt unterstützt - und damit zur Spaltung der Gesellschaft beigetragen.

Eine Studie der Hamburg Media School und der Universität Leipzig kommt zu dem Ergebnis, dass die Medien bei der Berichterstattung über die Flüchtlingskrise im Jahr 2015 versagt haben. Die Medien hätten nicht kritisch genug berichtet , sondern Angela Merkels Flüchtlingspolitik unhinterfragt übernommen. Über das Ergebnis der Studie berichtet die Wochenzeitung Zeit vorab, veröffentlicht werden soll die Studie am Montag.

Die „Willkommenskultur“ sei zum „Zauberwort verklärt“ worden, "mit dem freiwillig von den Bürgern zu erbringende Samariterdienste moralisch eingefordert werden konnten", schreiben die Verfasser der Studie. Für ihr Forschungsprojekt haben sie tausende Artikel aus der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Welt, der Bild und vielen Regionalzeitungen ausgewertet, vor allem zwischen Februar 2015 und März 2016. 

„Journalisten haben Berufsrolle verkannt“

Die Verfasser der Studie sparen nicht mit Kritik: Die "sogenannten Mainstreammedien" hätten sich einhellig hinter der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin versammelt, "Losungen der politischen Elite" einfach übernommen und eine "euphemistisch-persuasive Diktion" von Willkommenskultur verbreitet. Wer sich dem nicht angeschlossen habe, dem sei schnell Rassismus unterstellt worden. "Große Teile der Journalisten haben ihre Berufsrolle verkannt und die aufklärerische Funktion ihrer Medien vernachlässigt“, heißt es. Nachricht und Meinung seien vermischt und bestimmte Protagonisten der Flüchtlingskrise, wie Migranten, Bürger und Fachleute, wenig interviewt worden.

Berichterstattung habe zur Spaltung der Gesellschaft beigetragen

Diese diagnostizierten Mängel in der Berichterstattung hätten letztendlich zur Spaltung der Gesellschaft beigetragen und zu einem Vertrauensverlust der klassischen Medien geführt, glauben die Forscher. Der Mediendiskurs sei "nicht integrierend, sondern segmentierend" gewesen: "Ausgeschlossen wurden nicht nur Radikale, sondern auch politische Akteure, die keinen fremdenfeindlichen Parolen folgten."Bestimmte Meinungen seien missachtet oder sogar diffamiert worden. Andersdenkende hätten sich aus diesem Meinungsklima heraus andere Ausdrucksformen gesucht, "um ihrer Frustration umso heftiger Luft zu machen". 

Kritik an Studienergebnissen

Die Zeit, die die Studie vorab einsehen konnte, sieht deren Ergebnisse kritisch und teilweise nicht stimmig. So etwa seien Gastbeiträge, in denen die Flüchtlingspolitik Merkels kritisiert wurde, nicht berücksichtigt worden. Teilweise würden die Forscher auch bloße Vermutungen anstellen. So behaupten die Verfasser der Studie, das verfehlte Berufsverständnis habe sich "schon so tief eingefressen, dass sie von Journalisten oder einzelnen Redaktionen vermutlich für normal gehalten“ würde.

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