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Die neue und alte Verteidigungsministerin: Ursula von der Leyen

Von der Leyen mit neuem Team

Stühlerücken im Verteidigungsministerium: Von der Leyen mit neuer Führungsriege

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bleibt als Ressortchefin der neuen großen Koalition im Amt. Aber an der Führungsspitze ihres Ministeriums tut sich dafür einiges.

Berlin - Zu Beginn ihrer zweiten Amtszeit baut Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Führungsspitze ihres Ministeriums um. Der bisherige Personalchef Eberhard Zorn, wird zum 1. Mai Nachfolger von Generalinspekteur Volker Wieker und damit zum obersten Soldaten der Bundeswehr. Rüstungsstaatssekretärin Katrin Suder verlässt das Ministerium, ihr soll Generalleutnant Benedikt Zimmer folgen und sich künftig um den Beschaffungsdschungel der Bundeswehr kümmern. Auch die Luftwaffe, der Sanitätsdienst und das Beschaffungsamt bekommen eine neue Führung.

Suder wollte nach Ministeriumsangaben auf eigenen Wunsch gehen. Mit ihr verliert von der Leyen eine ihrer wichtigsten Vertrauten. „Ich werde Frau Suder sehr vermissen und bedanke mich von ganzem Herzen für die großartige Arbeit, die sie für die Bundeswehr geleistet hat“, teilte die CDU-Ministerin am Freitag mit. Kurz nach Amtsantritt 2014 hatte von der Leyen sie von der Unternehmensberatung McKinsey abgeworben. Suder sollte sich um das schwerfällige Beschaffungswesen der Truppe kümmern.

Bundeswehr bekommt erstmals eine Frau als Chefeinkäuferin

Ihr Nachfolger Zimmer trat 1981 als Offizieranwärter der Panzertruppe in die Bundeswehr ein. Der 56-Jährige habe in den vergangenen Jahren als Abteilungsleiter Rüstung an Suder berichtet und viele der eingeleiteten Reformen im Rüstungswesen an zentraler Stelle mitgesteuert, teilte das Ministerium mit. „Wir werden den eingeschlagenen Kurs entschlossen weitergehen“, betonte Zimmer.

Die Bundeswehr bekommt mit der Spitzenbeamtin Gabriele Korb zudem eine neue Chefeinkäuferin. Korb ist die erste Frau an der Spitze der Koblenzer Behörde, die für die milliardenschweren Rüstungsprojekte der Truppe verantwortlich ist. Sie war bislang beim Luftfahrtamt der Bundeswehr und folgt als Präsidentin des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) auf Harald Stein, der sich im April in den Ruhestand verabschiedet. Wegen Verzögerungen und Kostenexplosion bei großen Beschaffungsprojekten steht die Behörde immer wieder in der Kritik.

Generalleutnant Zorn wird der neue oberste Soldat der Bundeswehr

Generalleutnant Eberhard Zorn wird zum 1. Mai Generalinspekteur. Seit Juli 2017 müht sich der Saarländer als Personalchef der Bundeswehr im Ministerium darum, die Truppe für mögliche Bewerber attraktiver zu machen. Nun wird er Vorgesetzter von knapp 180 000 Soldaten. Er ist seit 40 Jahren bei der Bundeswehr, war etwa Kommandeur der Division Schnelle Kräfte. „General Zorn steht mit seiner Vita nicht nur für unser Ziel einer Armee der Europäer“, betonte von der Leyen. Der 58-jährige Heeresgeneral wird Nachfolger von Volker Wieker. Der 64-jährige Wieker ist seit acht Jahren im Amt und damit so lange wie keiner seiner Vorgänger. Er scheidet aus Altersgründen aus und soll im April mit Zapfenstreich in den Ruhestand verabschiedet werden.

Generalleutnant Eberhard Zorn wird der neue Generalinspekteur der Bundeswehr.

Auch bei der Luftwaffe wechselt die Führungsspitze. Karl Müllner geht Ende Mai in den Ruhestand. Ihm folgt Generalmajor Ingo Gerhartz als neuer Luftwaffeninspekteur. Derzeit ist Gerhartz stellvertretender Abteilungsleiter Strategie und Einsatz im Ministerium. Neuer Inspekteur des Sanitätsdienstes wird Generalstabsarzt Ulrich Baumgärtner - als Nachfolger von Michael Tempel.

Dass die Parlamentarischen Staatssekretäre Ralf Brauksiepe und Markus Grübel das Verteidigungsministerium verlassen, ist schon länger bekannt. Ihnen folgen der CSU-Abgeordnete Thomas Silberhorn und der ehemalige CDU-Generalsekretär Peter Tauber.

dpa

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