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Georg Anastasiadis
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Kommentar

Randale in Stuttgart: Prügelopfer Polizei - Die Saat geht auf

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Nach der Stuttgarter Krawallnacht ist der Aufschrei groß. Aber in Deutschland wird die Polizei seit langem schlecht behandelt. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Wer hat noch nicht, wer will noch mal? In Deutschland ist es leider Mode geworden, sein Mütchen an der Polizei zu kühlen: Das geht los bei Journalisten, die Polizisten mit „Abfall“ vergleichen. Es setzt sich fort bei geistigen Brandstiftern aus der Politik wie SPD-Chefin Saskia Esken, die den Beamten eben mal pauschal „Rassismus“ unterschiebt. Und es findet seinen traurigen Höhepunkt auf der Straße, wenn Linke und junge Leute, nicht selten mit Migrationshintergrund, wie in Stuttgart mit enthemmter Gewalt auf Polizisten einprügeln.

Ausschreitungen in Stuttgart: Misstrauen gegen staatliche Ordnungskräfte

Jetzt tun die Parteien überrascht, und Politiker aller Parteien überbieten sich in ihren Forderungen nach harten Strafen. Um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen? Die Exzesse vom Wochenende kamen ja nicht aus dem Nichts. Sie sind das Ergebnis einer langen gesellschaftlichen Verächtlichmachung der Polizei gerade durch die politische Linke. 

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Und die Mehrheit nimmt es seit Jahren klaglos hin, dass dem Staat und seinen Repräsentanten immer respektloser begegnet wird, dass Polizisten bespuckt und geschlagen werden, dass sich Clans über die Ohnmacht der Ordnungshüter totlachen, dass in Berlin der rot-rot-grüne Senat ein „Antidiskriminierungsgesetz“ verabschiedet, das nichts anderes als ein Manifest des Misstrauens gegen staatliche Ordnungskräfte ist. 

Randale in Stuttgart: Deutschland hat weniger ein Rassismus- als ein Integrationsproblem

„Bullen“ sind das Lieblingshassobjekt deutscher Gangsta-Rapper. Auch die „Black Lives matter“-Bewegung hierzulande steigerte sich lustvoll in die Vorstellung hinein, dass amerikanische Zustände überall herrschen müssten, wo Polizisten ihrer Arbeit nachgehen. Dieselben Demonstranten, die unter jedem Kieselstein nach Rassismus suchen, übersehen aber das Integrationsproblem, das wie ein Elefant im Raum steht. 

Auch der jetzt in Stuttgart auffällig gewordene Partymob rekrutiert sich aus frustrierten jungen Männern, mehrheitlich mit Migrationshintergrund. Das darf das gewalttätige Treiben der ebenfalls beteiligten Deutschen nicht überdecken, sollte aber aus lauter politischer Korrektheit auch nicht völlig aus dem Blick verloren werden.    

Das alles ist schlimm genug. Der Gipfel der Scheinheiligkeit aber ist erreicht, wenn SPD-Chefin Saskia Esken sich jetzt öffentlich wundert, woher die „blindwütige Randale“ komme. Gespielte Begriffsstutzigkeit ist wohl das Letzte, was den gedemütigten und an Leib und Seele verletzten Polizisten jetzt weiterhilft.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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