Sudanesen feiern in der Hauptstadt Khartum, weil sich wochenlangen Protesten möglicherweise ein Machtwechsel abzeichnet. Foto: AP
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Sudanesen feiern in der Hauptstadt Khartum, weil sich wochenlangen Protesten möglicherweise ein Machtwechsel abzeichnet. Foto: AP
Die Sudanesen feiern: Nach wochenlangen Anti-Regierungs-Protesten zeichnet sich möglicherweise ein Machtwechsel ab. Foto: AP
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Die Sudanesen feiern: Nach wochenlangen Anti-Regierungs-Protesten zeichnet sich möglicherweise ein Machtwechsel ab. Foto: AP
Nach wochenlangen Anti-Regierungs-Protesten zeichnet sich im Sudan nach der 30 Jahre langen Herrschaft des Präsidenten al-Baschir ein Machtwechsel ab. Foto: AP
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Nach wochenlangen Anti-Regierungs-Protesten zeichnet sich im Sudan nach der 30 Jahre langen Herrschaft des Präsidenten al-Baschir ein Machtwechsel ab. Foto: AP
Feiernde Sudanesen versammeln sich in der Hauptstadt Khartum. Foto: AP
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Feiernde Sudanesen versammeln sich in der Hauptstadt Khartum. Foto: AP
Demonstration in der Nähe des militärischen Hauptquartiers in der sudanesischen Hauptstadt Khartoum. Ausgelöst durch eine Wirtschaftskrise protestieren seit Monaten Zehntausende Menschen gegen den autoritären Staatschef al-Baschir. Foto: Uncredited/AP
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Demonstration in der Nähe des militärischen Hauptquartiers in der sudanesischen Hauptstadt Khartoum. Ausgelöst durch eine Wirtschaftskrise protestieren seit Monaten Zehntausende Menschen gegen den autoritären Staatschef al-Baschir. Foto: Uncredited/AP
Seit Monaten demonstrieren Zehntausende Menschen gegen den autoritären Staatschef Al-Baschir. Foto: Burhan Ozbilici/AP
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Seit Monaten demonstrieren Zehntausende Menschen gegen den autoritären Staatschef Al-Baschir. Foto: Burhan Ozbilici/AP
Ein sudanesischer Soldat schützt Demonstranten bei einer Demonstration in der Nähe des Militärhauptquartiers in der Hauptstadt. Foto: AP
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Ein sudanesischer Soldat schützt Demonstranten bei einer Demonstration in der Nähe des Militärhauptquartiers in der Hauptstadt. Foto: AP

Al-Baschir festgenommen

Militär übernimmt die Macht im Sudan - Staatschef Al Baschir festgenommen

Sudans Langzeitpräsident Al-Baschir ist gestürzt - die Streitkräfte übernehmen die Macht in dem bitterarmen Land. Die Menschen auf den Straßen feiern.

Khartum - Drei Jahrzehnte lang war Omar Al-Baschir (75) autoritärer Staatschef im Sudan, jetzt gibt es einen Machtwechsel. Die Streitkräfte übernehmen nach Angaben des Verteidigungsministers Awad Ibn Auf die Macht im Land.

Es werde eine von den Streitkräften geführte Übergangszeit von zwei Jahren geben, sagte er am Donnerstag in einer TV-Ansprache. Sudans Langzeitmachthaber Omar al-Baschir sei festgenommen worden.

Etliche Sudanesen waren schon vor dieser Mitteilung davon ausgegangen, dass Al-Baschir nicht mehr im Amt ist. Tausende Menschen gingen auf die Straße und feierten, wie ein dpa-Reporter berichtete. Etlich liefen demnach mit der Flagge Sudans durch die Straßen oder riefen Parolen wie "endlich werden wir das Al-Baschir-Regime los". Tausende Menschen strömten auf den Platz vor der Zentrale der Streitkräfte in Khartum, auf dem Demonstranten seit Samstag mit einer Sitzblockade protestierten.

Sudan: Langzeitpräsident Al-Baschir abgelöst

Einem staatlichen Medienbericht zufolge sollen alle politischen Gefangenen freigelassen werden. Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur SUNA am Donnerstag ohne weitere Einzelheiten unter Berufung auf den Geheimdienst NISS. Es blieb zunächst offen, wie viele Häftlinge davon betroffen sein werden und wie schnell sie freigelassen werden sollen. Erst am Wochenende waren während der Proteste gegen die Regierung von Al-Baschir rund 2500 Menschen festgenommen worden.

Seit Monaten demonstrieren Zehntausende gegen den Langzeitpräsidenten, der das Land im Nordosten Afrikas seit 1989 mit harter Hand regiert. Ausgelöst wurden die Demonstrationen durch die schwere Wirtschaftskrise, in der sich das Land seit Jahren befindet - vor allem wegen der Abspaltung des ölreichen Südsudans 2011. Ende vergangenen Jahres kürzte die Regierung dann Benzin- und Brotpreise. Tausende protestierten dagegen in mehreren Städten.

Doch die Proteste richteten sich zunehmend gegen den 75 Jahre alten Präsidenten selbst. Al-Baschir versuchte zunächst gegenzusteuern: Im Februar verhängte er einen Ausnahmezustand, löste seine Regierung und die der Bundesstaaten auf und erklärte, er würde als Chef der Regierungspartei zurücktreten. Dies entschärfte die Lage aber nicht.

Machtwechsel im Sudan - Proteste hatten sich zugespitzt

Die Proteste spitzten sich seit dem Wochenende zu, Tausende Menschen versammelten sich täglich zu einer Sitzblockade vor der Zentrale der Streitkräfte, die auch gleichzeitig die Residenz von Al-Baschir ist. Sicherheitskräfte gingen teilweise mit scharfer Munition vor und töteten einem Ärzteverband zufolge mindestens 21 Menschen. Dabei stellten sich Angaben aus Khartum zufolge auch Teile der Streitkräfte auf die Seite der Demonstranten und lieferten sich Schusswechsel mit Sicherheitskräften.

Der Sudan ist einem UN-Index zufolge eines der 25 ärmsten Länder der Welt. Bis zur Abspaltung des Südsudans war die Wirtschaft stark vom Öl abhängig, dies machte der Weltbank zufolge die Hälfte der Staatseinnahmen und 95 Prozent der Exporte aus. Doch 2011 verlor der Sudan die meisten Ölfelder. In diesem Jahr wird laut des Internationalen Währungsfonds IWF mit einem Wirtschaftswachstum von -2,3 Prozent gerechnet. In dem Land, das etwa fünf Mal größer ist als Deutschland, leben rund 41 Millionen Menschen.

dpa

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