Austausch: Ein Zug mit südkoreanischen Beamten ist auf dem Weg nach Nordkorea. Dort soll über eine künftige Bahnverbindung gesprochen werden. Foto: Kim Hong-Ji/Pool Reuters
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Austausch: Ein Zug mit südkoreanischen Beamten ist auf dem Weg nach Nordkorea. Dort soll über eine künftige Bahnverbindung gesprochen werden. Foto: Kim Hong-Ji/Pool Reuters
Tabakfabrik in Pjöngjang: Das bitterarme Land ist wirtschaftlich dringend auf seinen Nachbarn China angewiesen. Foto: KCNA/Yonhap
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Tabakfabrik in Pjöngjang: Das bitterarme Land ist wirtschaftlich dringend auf seinen Nachbarn China angewiesen. Foto: KCNA/Yonhap
In der inzwischen aufgelösten Sonderwirtschaftszone Kaesong produzierten nordkoreanische Arbeiter für südkoreanische Firmen. Auch diese Einnahmen fehlen dem Land. Foto: Yonhap
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In der inzwischen aufgelösten Sonderwirtschaftszone Kaesong produzierten nordkoreanische Arbeiter für südkoreanische Firmen. Auch diese Einnahmen fehlen dem Land. Foto: Yonhap
Abzug aus Kaesong: Südkoreanische Firmen verlassen im Februar 2016 die nordkoreanische Sonderwirtschaftszone. Foto: Kim Chul-Soo
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Abzug aus Kaesong: Südkoreanische Firmen verlassen im Februar 2016 die nordkoreanische Sonderwirtschaftszone. Foto: Kim Chul-Soo
Tauwetter zwischen Nord- und Südkorea: Machthaber Kim Jong Un (l.) und der südkoreanische Präsident Moon Jae In vor acht Monaten bei ihrem historischen Treffen an der Grenze. Foto: Korea Summit Press Pool
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Tauwetter zwischen Nord- und Südkorea: Machthaber Kim Jong Un (l.) und der südkoreanische Präsident Moon Jae In vor acht Monaten bei ihrem historischen Treffen an der Grenze. Foto: Korea Summit Press Pool

Annäherung geht weiter

Süd- und Nordkorea bereiten Bahn- und Straßenverbindung vor

Das Eisenbahnnetz in Nordkorea gilt als sehr veraltet. Südkorea will bei der Modernisierung helfen, um die beiden Streckennetze zu verbinden. Doch die Sanktionen gegen Nordkorea stehen den Zielen im Weg.

Seoul (dpa) - In einem weiteren Schritt der Annäherung haben Süd- und Nordkorea symbolisch die Wiederherstellung ihrer Eisenbahn- und Straßenverbindungen über die Grenze eingeleitet.

Beide Länder hielten am Mittwoch am Bahnhof Panmun in der grenznahen nordkoreanischen Stadt Kaesong eine Grundsteinlegungszeremonie ab, die den Beginn der Streckenmodernisierung im abgeschotteten Norden signalisieren sollte. Dem eigentlichen Beginn der Arbeiten stehen die UN-Sanktionen gegen Nordkorea wegen seines Atomwaffenprogramms im Weg.

An der Zeremonie nahmen nach Berichten südkoreanischer Sender etwa 200 Regierungsvertreter und Gäste aus Süd- und Nordkorea teil. Auch Russland, China und die Mongolei sowie die Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifik der Vereinten Nationen (UNESCAP) schickten Vertreter, um damit auch zu zeigen, dass das Projekt nicht auf die koreanische Halbinsel beschränkt ist.

"Die Arterie, die den Süden mit dem Norden verbindet, wird die wichtigste Blutbahn für gemeinsamen Wohlstand in Ostasien sein", sagte Südkoreas Transportministerin Kim Hyun Mee den Berichten zufolge in ihrer Ansprache in Kaesong. Sie war zusammen mit Vereinigungsminister Cho Myoung Gyon und den anderen Teilnehmern aus dem Süden in einem Sonderzug nach Nordkorea gereist.

Fernziel beider Länder ist es, die Verkehrsanbindung an den eurasischen Kontinent und damit die wirtschaftlichen Beziehungen auszubauen. Ende 2008 hatte Nordkorea die Zugverbindung zum Süden für den Güterverkehr auf einem kurzen Streckenabschnitt weniger als ein Jahr nach ihrer Wiederherstellung wieder unterbrochen.

Nach den schweren Spannungen im vergangenen Jahre aufgrund zahlreicher Atom- und Raketentests Nordkoreas nähern sich beide Länder seit Beginn dieses Jahres wieder an. Zum geplanten Ausbau der wirtschaftlichen Kooperation gehört auch die Verbindung von Verkehrswegen durch zwei Grenzkorridore. Der Erfolg des gemeinsamen Eisenbahn- und Straßenprojekts hänge "vom Willen und dem Entschluss unseres Volkes ab", sagte der nordkoreanische Vize-Eisenbahnminister Kim Yun Hyok in Kaesong.

Wann die Arbeiten an den Strecken beginnen, ist bisher noch unklar. Nach der Zeremonie seien zunächst weitere Prüfungen und Planungen vorgesehen, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit.

Damit die Grundsteinlegung jetzt abgehalten werden konnte, war für den Transport von Ausrüstungen und die Fahrt eines südkoreanischen Zugs in den Norden eine befristete Ausnahmeregelung des Nordkorea-Sanktionskomitees des UN-Sicherheitsrats erforderlich. Das Land ist strikten Sanktionen unterworfen. Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea über dessen Atom- und Raketenprogramm sind derzeit festgefahren. Washington will der Lockerung von Sanktionen erst zustimmen, wenn Pjöngjang konkrete Schritte zur atomaren Abrüstung unternimmt.

Artikel zur Zeremonie bei Yonhap

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