+
Ministerpräsident Lee Wan Koo hat den Rücktritt von seinem Amt angeboten. Foto: Kim Chul-Soo

Südkoreas Premierminister bietet Rücktritt an

In Südkorea steht aller Voraussicht nach ein neuer Wechsel auf dem Posten des Ministerpräsidenten bevor. Der Premier und andere hochrangige Politiker sind in den Strudel eines Korruptionsskandals geraten.

Seoul (dpa) - Angesichts von Korruptionsvorwürfen hat Südkoreas Ministerpräsident Lee Wan Koo nach nur zwei Monaten im Amt seinen Rücktritt angeboten.

Lee habe Präsidentin Park Geun Hye, die derzeit auf einem offiziellen Besuch in Südamerika ist, von seinen Rücktrittsabsicht informiert, teilte eine Sprecherin des Präsidentenamts in Seoul mit.

Der frühere Fraktionsvorsitzende der konservativen Regierungspartei Saenuri steht im Verdacht, vor zwei Jahren Schmiergelder von einem Unternehmer angenommen zu haben. Lee (64) bestreitet das. Die Staatschefin, die im Präsidialsystem des Landes alle wichtigen Entscheidungen trifft, muss dem Rücktritt noch zustimmen. 

Park gerät angesichts des neuen Korruptionsskandals zunehmend unter Druck. Neben Lee stehen weitere hochrangige Regierungsvertreter und Politiker im Verdacht der Bestechlichkeit, darunter der Stabschef im Präsidialamt Lee Byung Kee. Park habe eine gründliche Untersuchung gefordert, sagte eine Sprecherin. 

Der Skandal kam durch den Unternehmer Sung Woan Jong ins Rollen, der kurz vor seinem Tod vor einigen Tagen eine Liste mit den Namen der acht Politiker hinterlassen hatte, die von ihm angeblich Geld angenommen haben. Sung behauptete zudem in einem Zeitungsinterview, dass Ermittlungen gegen ihn durch Ministerpräsident Lee in Gang gesetzt worden seien. Lee selber soll 30 Millionen Won (etwa 25 800 Euro) an illegalen Wahlkampfspenden von dem früheren Geschäftsmann erhalten haben. Sungs Leiche wurde am 9. April in Seoul an einem Baum hängend gefunden. Die Ermittler gehen von Selbsttötung aus. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Terror in Barcelona und Cambrils: Was wir wissen und was nicht
Ein weißer Lieferwagen rast auf der Flaniermeile Las Ramblas mitten in Barcelona in Passanten. Es gibt Tote und Verletzte, der Täter lässt den Wagen stehen und flüchtet …
Terror in Barcelona und Cambrils: Was wir wissen und was nicht
Millionenvorteil für die Union im Bundestagswahlkampf
Geld allein entscheidet keine Wahl. Doch mit weniger Geld lässt sich schlechter wahlkämpfen - und mehr Geld hat die Union.
Millionenvorteil für die Union im Bundestagswahlkampf
News-Ticker: Zweiter Anschlag gestoppt - Drei Deutsche unter den Toten? 
In Barcelona ist ein Lieferwagen in eine Menschenmenge gerast - mehrere Menschen wurden verletzt, mindestens 13 starben. Die Polizei verhinderte in einem Badeort 100 …
News-Ticker: Zweiter Anschlag gestoppt - Drei Deutsche unter den Toten? 
Bundestagswahl: Union hat Millionenvorteil im Wahlkampf
Geld allein entscheidet keine Wahl. Doch mit weniger Geld lässt sich schlechter wahlkämpfen - und mehr Geld hat die Union.
Bundestagswahl: Union hat Millionenvorteil im Wahlkampf

Kommentare