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Ein Flieger des Typs Transall soll Deutsche aus dem Südsudan evakuieren.

Bundeswehr im Einsatz

Krise im Südsudan: Deutsche evakuiert

Juba - Die südsudanesische Armee hat die Kontrolle über die wichtige Stadt Bor an Rebellen verloren. Jetzt sollen deutsche Staatsbürger von der Bundeswehr evakuiert werden.

Ungeachtet eines Dialogangebots des Präsidenten Salva Kiir halten die Kämpfe im Südsudan weiter an. Kämpfer des früheren Vizepräsidenten Riek Machar hätten am Mittwochabend die Stadt Bor im Norden der Hauptstadt Juba eingenommen, die Gefechte hätten die ganze Nacht angehalten, sagte ein Armeesprecher am Donnerstag. Deutschland und andere westliche Staaten schickten Flugzeuge nach Juba, um hunderte ihrer Bürger auszufliegen.

Der Armeesprecher Philip Aguer sagte, die Armee liefere sich Gefechte mit Kämpfern des Rebellenführer Peter Gadet außerhalb von Bor, der Hauptstadt des unruhigen Bundesstaats Jonglei. Gadet hatte während des Bürgerkriegs zwischen 1983 und 2005 wiederholt die Seite gewechselt. Nach der Entlassung des Südsudan in die Unabhängigkeit im Jahr 2011 hatte Gadet sich gegen die Regierung erhoben, später im Zuge einer Amnestie aber die Waffen niedergelegt.

Präsident Kiir hatte Gadet am Mittwoch vorgeworfen, Bor angegriffen zu haben. Die UN-Mission im Südsudan (UNMISS) teilte mit, tausende Zivilisten seien vor den Kämpfen auf den UN-Stützpunkt in der Stadt geflohen. Ihren Angaben zufolge flohen auch in vier der neun anderen Bundesstaaten Zivilisten auf die örtlichen UN-Stützpunkte. Allein in der Hauptstadt Juba befanden sich am Mittwoch 15.000 bis 20.000 Menschen in dem Lager der UN-Truppen.

Der Armeesprecher Aguer sagte, in Juba habe sich die Sicherheitslage nach den heftigen Kämpfen, die am Sonntag zwischen Regierungstruppen und abtrünnigen Soldaten eingesetzt hatten und sich bis Dienstag hinzogen, wieder beruhigt. Die Läden seien geöffnet und die Straßen belebt, sagte Aguer. Seinen Angaben zufolge wurden bei den Gefechten 450 Menschen getötet, davon rund hundert Soldaten.

Unterdessen flogen mehrere westliche Staaten ihre Bürger aus. Die USA brachten am Mittwoch mit zwei Militärflugzeugen und einer Chartermaschine mehr als 150 US-Bürger und eigene sowie ausländische Diplomaten außer Landes. Das britische Außenministerium kündigte am Donnerstag an, ebenfalls ein Flugzeug zu schicken, um ausreisewillige Bürger in Sicherheit zu bringen. Bisher hätten sich mehr als 150 Briten für die Ausreise gemeldet.

Auch die Bundeswehr will am Donnerstag eine Transall-Transportmaschine aus Mali und ein kleines Passagierflugzeug vom Typ Global 5000 aus Deutschland in den Südsudan entsenden, um deutsche Staatsangehörige außer Landes zu bringen. Zum zeitlichen Ablauf der Aktion sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos: "Die Aktion läuft." Das Auswärtige Amt hatte am Dienstag alle Deutsche zum Verlassen des Landes aufgefordert.

Die Flugzeuge sollen nach Angaben des Bundeswehrsprechers auch den Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, Generalleutnant Hans-Werner Fritz, zurück nach Deutschland bringen. Fritz befindet sich zusammen mit drei anderen deutschen Soldaten seit Montag vergangener Woche auf einer seit längerem geplanten Dienstreise im Südsudan. Im Rahmen der UN-Mission sind derzeit 16 Bundeswehrsoldaten in Juba und anderen Städten im Einsatz.

Die kenianische Außenministerin Amina Mohammed kündigte unterdessen an, gemeinsam mit Delegationen aus Dschibuti, Äthiopien und Uganda zu einer Vermittlungsmission in den Südsudan zu fliegen. Am Mittwochabend hatte sich Präsident Kiir zu Gesprächen mit seinem langjährigen Rivalen Riek Machar bereit erklärt. Kiir hatte Machar, den er im Juli als Vize-Präsidenten entlassen hatte, am Montag einen Putschversuch vorgeworfen.

AFP

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