+
Der Präsident des Südsudans: Salva Kiir. Foto: Daniel Getachew/Archiv

Südsudans Konfliktparteien einigen sich auf Ende der Gewalt

Addis Abeba (dpa) - Elf Monate nach dem Beginn der blutigen Gewalt im Südsudan gibt es neue Hoffnung auf Frieden in dem ostafrikanischen Krisenland.

Präsident Salva Kiir und der Rebellenführer Riek Machar vereinbarten die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit. "Wir haben uns dazu verpflichtet, den Krieg mit sofortiger Wirkung zu beenden", sagte Kiir.

Beide Kontrahenten wollten den Konflikt umgehend beilegen, heißt es in einer am späten Freitagabend verbreiteten Mitteilung der ostafrikanischen Regionalgemeinschaft IGAD. Die Einigung kam in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba zustande.

Vorausgegangen war ein zweitägiges Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Region. Daran nahmen neben anderen die Präsidenten Ugandas, des Sudans, Somalias und Kenias teil. Sie drohten mit Sanktionen, sollte die Vereinbarung nicht innerhalb von zwei Wochen Wirkung zeigen. Zu den möglichen "scharfen Maßnahmen" könnten unter anderem Reiseverbote, ein Waffenembargo und das Einfrieren von Geldern gehören.

Über die Bildung der Einheitsregierung soll in den kommenden 15 Tagen weiter beraten werden. Machar zeigte sich zuversichtlich, dass man sich bald auf die genaue Machtaufteilung einigen werde. "Die Menschen, die im Südsudan sterben, sind unser eigenes Volk. Wir müssen tätig werden, um die Kämpfe zu stoppen", erklärte Kiir.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte die Einigung. Beide Seiten müssten der Verpflichtung zum Frieden nun auch nachkommen und einen "bedeutsamen Dialog" beginnen, der sich mit den Ursachen des Konfliktes befasst, forderte Ban.

Die IGAD drohte mit einem militärischen Eingreifen, sollte die Gewalt kein Ende finden. "Wir werden direkt intervenieren, um Leben zu retten", sagte Chefvermittler Seyoum Mesfin. "Wir werden alle nötigen Maßnahmen ergreifen, damit die Vereinbarung umgesetzt wird, und wir werden alle nötige Unterstützung leisten."

Der erst 2011 unabhängig gewordene Südsudan war im vergangenen Dezember ins Chaos gestürzt, nachdem ein Machtkampf Kiirs mit seinem ehemaligen Stellvertreter Machar eskaliert war. Die Gewalt hat auch ethnische Hintergründe; beide Politiker gehören verschiedenen Volksgruppen an. Kiir ist ein Dinka, Machar ein Nuer. Rund 1,3 Millionen Menschen wurden durch die schweren Unruhen vertrieben und Tausende getötet.

IGAD-Mitteilung

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Iren stimmen für Lockerung des Abtreibungsverbots
Jubel auf Dublins Straßen: Das strenge Abtreibungsverbot in Irland wird bald Geschichte sein. Der Ministerpräsident spricht von einer "stillen Revolution" in dem …
Iren stimmen für Lockerung des Abtreibungsverbots
Müller-Westernhagens Abrechnung in NDR-Talkshow: Leute zu blöd für die Demokratie 
Rock-Star Marius Müller-Westernhagen war am Freitag zu Gast in der beliebten NDR-Talkshow „3nach9“ - und gab provokante Thesen ab. 
Müller-Westernhagens Abrechnung in NDR-Talkshow: Leute zu blöd für die Demokratie 
Putin und Abe mahnen zur Zurückhaltung im Korea-Konflikt
Russland und Japan haben zu Zurückhaltung im Konflikt zwischen Nord- und Südkorea gemahnt.
Putin und Abe mahnen zur Zurückhaltung im Korea-Konflikt
Erdogan ruft Türken nach dramatischem Wertverlust zur Stützung der Lira auf
Nach den dramatischen Wertverlusten der türkischen Lira hat Staatschef Recep Tayyip Erdogan seine Landsleute in einem ungewöhnlichen Schritt öffentlich zur Stützung der …
Erdogan ruft Türken nach dramatischem Wertverlust zur Stützung der Lira auf

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.