+
NFL Super Bowl 2018.

Hymnenkonflikt in den USA

Tradition abgeblasen: Super-Bowl-Champions und Trump im Streit - Präsident lädt Footballer aus

US-Präsident Donald Trump hat wegen des Hymnenstreits den Super-Bowl-Champion Philadelphia Eagles ausgeladen und den für Dienstag geplanten traditionellen Empfang des Meisters der Football-Profiliga NFL im Weißen Haus abgesagt.

Washington - Zuvor hatten mehrere Spieler der Eagles erklärt, dass sie das Treffen mit dem umstrittenen Trump boykottieren würden. Nach Angaben der New York Times hatten weniger als zehn Teammitglieder ihre Teilnahme an der Zeremonie zugesagt.

"Die Philadelphia Eagles können nicht mit ihrem gesamten Team kommen", wurde Trump in einem Statement zitiert: "Sie streiten mit ihrem Präsidenten, nur weil er darauf besteht, dass sie während der Hymne mit der Hand auf dem Herzen stehen, um die großartigen Männer und Frauen unseres Militärs und die Menschen unseres Landes zu ehren."

Seit fast zwei Jahren knien immer wieder NFL-Spieler beim Abspielen der US-Hymne, um gegen Rassismus, soziale Ungerechtigkeit und Polizeigewalt zu protestieren. Der erstmals vom damaligen San-Francisco-Quarterback Colin Kaepernick durchgeführten Aktion schlossen sich auch Sportler außerhalb des Footballs an. Trump hatte immer wieder gegen die seiner Meinung nach unpatriotischen Spieler gehetzt.

Ab Beginn der neuen Saison ist der Kniefall bei der Hymne unter Strafe gestellt. Lediglich das komplette Fernbleiben der Hymne ist gestattet.

"So viele Lügen", schrieb Wide Receiver Torrey Smith bei Twitter: "Niemand hat das Treffen abgelehnt, nur weil Trump will, dass wir bei der Hymne stehen. Und der Präsident verbreitet weiterhin die falsche Erzählung, dass die Spieler gegen das Militär sind."

Philadelphias Bürgermeister Jim Kenney erklärte, die Ausladung zeige lediglich, dass "der Präsident kein wahrer Patriot ist, sondern ein schwacher Egomane, der Angst davor hat eine Party auszurichten, zu der niemand gehen will." Zudem erklärte er: "Unser Rathaus ist für eine Feier immer offen."

SID

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kanzlerin Merkel will in Chemnitz mit Bürgern debattieren
Kommt die Kanzlerin zu spät? Seit dem gewaltsamen Tod eines Deutschen in Chemnitz - vermutlich durch Asylbewerber - sind drei Monate vergangen.
Kanzlerin Merkel will in Chemnitz mit Bürgern debattieren
Grausame Ermordung: Türkei liegt weitere Audioaufnahme von Khashoggi-Mord vor
Im Fall des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi fordert die saudische Staatsanwaltschaft die Todesstrafe für fünf Tatverdächtige. Die Türkei soll weitere Beweise für …
Grausame Ermordung: Türkei liegt weitere Audioaufnahme von Khashoggi-Mord vor
Seehofer nennt Rücktritts-Zeitpunkt - Merkel sendet ihm Facebook-Botschaft
Als CSU-Chef will er abtreten, als Innenminister wohl noch nicht: Horst Seehofer hat mit seiner Ankündigung einmal mehr viele überrascht. Am Freitag ist er nun konkret …
Seehofer nennt Rücktritts-Zeitpunkt - Merkel sendet ihm Facebook-Botschaft
Chemnitzer Oberbürgermeisterin macht Merkel schweren Vorwurf - Riesiges Polizeiaufgebot - Demos drohen
Es ist ein später Besuch in Chemnitz: Fast drei Monate nach dem gewaltsamen Tod eines jungen Mannes und den Aufmärschen rechter Gruppen kommt Bundeskanzlerin Angela …
Chemnitzer Oberbürgermeisterin macht Merkel schweren Vorwurf - Riesiges Polizeiaufgebot - Demos drohen

Kommentare