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Aktivisten nutzen die Plattform IAA 2019, um auf das Problem SUV in den Städten aufmerksam zu machen.

Diskussion am Rande der IAA 2019

SUV-Debatte: Palmer attackiert Autokonzerne - „Schmieren Sie sich das in die Haare!“

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Die diesjährige IAA macht durch Kritik von Aktivisten an SUV-Modellen Schlagzeilen. Auch Grünen-Politiker Boris Palmer äußert eine radikale Meinung zu dieser Art von Fahrzeugen.

Frankfurt - Die Internationale Automobilausstellung (IAA) steht in diesem Jahr ganz besonders unter Beobachtung der Öffentlichkeit. Die allgemeine Diskussion über SUVs, der angekündigte Rücktritt des Präsidenten des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, und die Proteste von Umweltschützern geben der Messe eine besondere Brisanz.

Debatte um SUV: Boris Palmer teilt bei Diskussion während IAA aus

Jetzt sorgt auch noch der sogenannte Bürgerdialog für Aufsehen. Über die Diskussionsrunde, die am Freitag auf dem IAA-Gelände stattfand, hat welt.de berichtet. Anlass war, dass Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer sich offenbar vorgenommen habe, als Spielverderber aufzutreten, heißt es in dem Artikel. 

„Findet der Wandel in den Köpfen der Automobilindustrie wirklich statt oder wird nur darüber geredet“, richtete sich Palmer laut welt.de an die anwesenden Vertreter der Automobilhersteller. Außer ihnen waren auch VDA-Präsident Mattes und ein Vertreter des Automobilzulieferers Bosch auf dem Podium vertreten. 

SUVs in der Kritik: Boris Palmer poltert gegen Porsche & Co.

Palmer unterstrich in seinen Beiträgen die Notwendigkeit eines Umdenkens: „Ihre Autos passen nicht mehr in unsere Städte.“ Der Grünen-Politiker erklärte, dass die Modelle von Porsche in den letzten Jahren durchschnittlich 15 Zentimeter breiter und 400 Kilogramm schwerer geworden seien.

Der Politiker hatte sich offenbar in Rage geredet und legte nach: „Wir sind gar nicht so fett geworden, dass wir die brauchen würden. Der Porsche passt nicht mehr in die Parkhäuser und ich bau‘ keine neuen.“ Er ließ zudem klar durchblicken, dass er wenig davon hält, SUVs zu elektrifizieren, um sie umweltverträglicher zu machen. Als Grund nannte er, dass die Infrastruktur in den Städten darauf nicht ausgelegt sei. „Schmieren Sie sich das in die Haare, ich grabe nicht ganz Tübingen um, damit Sie Ihre Ladesäulen kriegen.“

Boris Palmer schimpfte auf der IAA über SUVs.

Wie welt.de berichtet, habe Palmer ins Spiel gebracht, dass Höchstmaße für Fahrzeuge in Zukunft durch das Gesetz vorgegeben werden könnten. Schließlich würden Appelle und Selbstverpflichtungen nicht funktionieren. „Man wird irgendwann eine Diskussion bekommen, Maximalbreite für Ihre Autos vorzugegeben, wenn sie immer breiter werden“, sagte er. „Geben Sie Ihren Ingenieuren die richtigen Vorgaben.“

SUVs in der Kritik: Boris Palme hat düstere Zukunftsvision

In einem Facebook-Posting hat Palmer sich nun noch einmal zu den großen Themen der diesjährigen IAA geäußert. „Diese IAA wird nicht den Ruhm deutscher Ingenieurskunst um die Welt tragen, sondern die Bilder von 20.000 Gegendemonstranten auf dem Fahrrad“, schrieb er. „Mir macht das große Sorgen. Wenn die einen auf dem Recht beharren, mit Stadtpanzern herumzufahren, und die anderen daraus ableiten, dass nur noch Widerstand die Rettung bietet, dann könnte das verheerende Folgen für unsere Gesellschaft haben.“ Er erklärte, dass nun die Autobauer in der Verantwortung seien, Mobilitätskonzepte für die Zukunft zu liefern.

Die Veranstaltung wurde übrigens als Bürgerdialog bezeichnet, weil die Besucher ihre Fragen an die Verantwortlichen richten konnten. Dabei gab es allerdings einen Haken: Interessenten mussten sich vorher anmelden. Aus ihnen wurden dann 200 Personen ausgewählt, die an der Veranstaltung teilnehmen durften. 

In der aktuellen Diskussion um SUVs werden verschiedene Ansätze debattiert, um die Fahrzeuge einzuschränken. Auch über eine Obergrenze oder gar ein vollständiges Verbot in Innenstädten wird nachgedacht.

Video: IAA: Tausende Teilnehmer bei Verkehrswende-Demo in Frankfurt

dg

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