Der V-Markt in der Balanstraße in München.
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Die Diskussion um erhöhte Parkgebühren für SUV-Fahrer hat erneut Fahrt aufgenommen (Symbolbild).

Drastische Erhöhung für Parkausweise

SUV-Kracher: Erster Bürgermeister greift bei Parkgebühren durch - weitere Städte könnten folgen

  • Markus Hofstetter
    VonMarkus Hofstetter
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Tübingen wird als erste Stadt in Deutschland die Gebühren für Parkausweise drastisch erhöhen. Die Kommune könnte Vorreiter sein, weitere Städte wollen folgen.

Tübingen/München - Im Juli wurde bekannt, dass Oberbürgermeister Boris Palmer (Die Grünen) das Anwohnerparken in Tübingen massiv verteuern* will. Besitzer großer Autos wie SUVs sollten den Plänen zufolge statt bisher 30 Euro jährlich künftig 360 Euro für einen Parkausweis zahlen. Für Autos bis zur Mittelklasse oder Minivans sollen pro Jahr 180 Euro fällig werden, für Elektroautos 120 Euro. Bezieher von Sozialleistungen sollen jeweils die Hälfte zahlen. 

Palmer konnte sich mit seinen Forderungen im städtischen Klimaausschuss nun zumindest teilweise durchsetzen. Besitzer von Normalfahrzeugen werden für ihren Anwohnerparkausweis in Tübingen ab kommendem Jahr 120 Euro an die Stadtkasse überweisen müssen. SUV-Fahrer müssen noch tiefer in die Tasche greifen. Für Autos mit Verbrennungsmotor, die mehr als 1800 Kilogramm wiegen, und für Elektroautos mit einem Gewicht von über 2000 Kilogramm werden 180 Euro fällig. Sozial schwache Bürger zahlen die Hälfte. Das letzte Wort hat der Gemeinderat, der Ende September über die Gebührenerhöhung abstimmen wird.

Tübingen erhöht Gebühren für Parkausweise: Keine Sonderbehandlung für Elektroautos

Die Universitätsstadt ist damit die erste Kommune, die nach einer Änderung des Straßenverkehrsgesetzes die Möglichkeit nutzt, die Gebühren für den Parkraum in Eigenregie festzulegen. Bisher waren diese bei rund 30 Euro gedeckelt.

„Kostenloses Parken auf öffentlichen Straßen, das wird in Tübingen in naher Zukunft Vergangenheit sein,“ schreibt Palmer dazu auf Facebook. „32 Cent pro Tag für Stadtautos, 50 Cent pro Tag für Geländewagen, in der Stadt geparkt. Bezieher kleiner Einkommen zahlen jeweils nur die Hälfte, also 16 bzw 25 Cent.“

Klimafreundlichere Elektroautos werden nicht bevorzugt behandelt, wie ursprünglich von Palmer angedacht. „Das Land hat uns geschrieben, dass es unzulässig wäre, Elektroautos zu begünstigen“, erläuterte der Oberbürgermeister laut der Stuttgarter Zeitung den Ausschussmitgliedern. Leider gebe es „politisch keinen Wunsch, eine solche Förderung zu etablieren“.

Tübingen als Vorreiter: Weitere Städte wollen Parkausweise verteuern

Tübingen will als Stadt bis 2030 klimaneutral sein. Um dieses Ziel zu erreichen, soll der Nahverkehr massiv ausgebaut und günstiger werden. Die höheren Straßenparkgebühren sollen zur Finanzierung der Absenkung der Bustarife beitragen.

Nach Informationen der Stuttgarter Nachrichten prüfen weitere Städte Anhebungen der Gebühren für Parkausweise. So sollen Autofahrer in Freiburg frühestens Anfang 2020 360 Euro zahlen. Die genauen Modalitäten werden derzeit geprüft. Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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