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Seit Sonntagabend rollen wieder Busse aus der umkämpften Stadt.

UN entsendet Beobachter

Rund 3000 Menschen können Ost-Aleppo verlassen

Aleppo - Kurzes Aufatmen in Aleppo. Am Sonntagabend wurde die Evakuierung der Stadt wieder aufgenommen. Etwa 3000 Menschen sollen aus den Rebellengebieten gebracht worden sein.

Die Evakuierung von Menschen aus den letzten Rebellengebieten der syrischen Stadt Aleppo ist wieder angelaufen. Nach einer vorübergehenden Unterbrechung sind am Montag erneut rund 3000 Menschen aus den Rebellengebieten der Stadt gebracht worden. Rund 45 Busse mit Bewohnern aus Aleppo seien an einem Sammelpunkt westlich der Stadt eingetroffen, sagte Ahmad al-Dbis, Chef einer Gruppe Mediziner und Freiwilliger, die dort die Evakuierungen koordiniert.

Der UN-Sicherheitsrat einigte sich derweil auf eine Resolution zur Entsendung von Beobachtern nach Aleppo, über die am Montag abgestimmt werden soll.

In den Rebellenvierteln Ost-Aleppos warten tausende Menschen bei Minusgraden auf ihre Evakuierung in sichere Gebiete. Die Aktion geriet in den vergangenen Tagen immer wieder ins Stocken, erst am späten Sonntagnachmittag hatten Aktivisten eine Aussetzung der Evakuierung bis auf Weiteres verkündet. Nach Angaben von Aktivisten waren bereits rund 8500 Menschen aus den zerstörten Stadtvierteln gebracht worden, darunter 3000 Kämpfer. Am Freitag brach die syrische Armee die Evakuierungen jedoch ab. Seither gab es Verhandlungen, auch um zugleich die Menschen aus zwei schiitischen Dörfern zu evakuieren, die von Rebellen belagert sind.

UN will Beobachter entsenden

Als am Sonntag mehrere Busse für die Evakuierungen aus diesen beiden Orten Fua und Kafraja vermutlich von islamistischen Rebellen in Brand gesteckt wurden, wurden die geplanten Evakuierungen nach Angaben der Beobachtungsstelle zunächst ausgesetzt.

Der UN-Sicherheitsrat in New York will nach Angaben von Diplomaten am Montag voraussichtlich über eine gemeinsame Resolution zur Entsendung von Beobachtern nach Aleppo abstimmen. Der Einigung gingen vierstündige Verhandlungen voraus, nachdem Russland zunächst mit einem Veto gegen die von Frankreich eingebrachte Vorlage gedroht hatte. Hinter verschlossenen Türen habe man dann „konstruktiv“ an einem gemeinsamen Text gearbeitet, hieß es.

Es geht um "das Wohlergehen der Zivilisten"

Der Kompromiss sieht vor, dass die UNO in Abstimmung mit der syrischen Regierung und den Rebellen "das Wohlergehen der Zivilisten" in Aleppo beobachtet. Der Text ruft alle Konfliktparteien auf, humanitärer Hilfe einen "vollständigen, unmittelbaren, bedingungslosen, sicheren und ungehinderten Zugang" nach Aleppo zu ermöglichen.

Evakuierungen dürften nur freiwillig erfolgen, die Evakuierten dürften ihr Ziel selbst bestimmen, heißt es weiter. Zurückgebliebene Bewohner müssten geschützt werden.

US-Botschafterin Samantha Power erwartete für Montag eine einstimmige Verabschiedung im Sicherheitsrat. "Im Entwurf verblieben sind all die Kernklauseln, um der UNO die Beobachtung zu ermöglichen und um mindestens hundert UN-Mitarbeiter abzustellen", sagte Power.

AFP

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