+
Die Außenminister Boris Johnson (GBR), John Kerry (USA) und Frank-Walter Steinmeier (v.l.) in Paris.

Syrien-Konferenz in Paris im News-Blog

Kriegsverbrechen! Kerry fordert von Putin: Stopp Assad

Paris / Genf - Vor dem Hintergrund der zugespitzten Lage in Aleppo beraten Außenminister mächtiger Staaten über Syrien. Auch die opponierenden Staaten sind in Paris dabei. In unserem News-Blog verpassen Sie nichts.

  • In Aleppo waren am Freitag die Kämpfe weitergegangen - ungeachtet einer von Russlands Außenminister Sergej Lawrow verkündeten Waffenruhe. 
  • Moskaus Chefdiplomat sieht dennoch Chancen für eine Absprache mit den USA über Aleppo.
  • Teilnehmer in Paris sind laut Diplomaten: Frankreich, Deutschland, USA, Großbritannien, Italien, Katar, Jordanien, die Türkei, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und die EU, vertreten durch ihre Außenbeauftragte Federica Mogherini.

>>> Aktualisieren<<<

+++ Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach heftigen Kämpfen mit Regierungstruppen am Samstag 

erneut die historische Oasenstadt Palmyra erobert

. Zugleich nahm der IS in Zentralsyrien auch mehrere wichtige Gasfelder ein. Unterdessen sind die türkische Armee und syrische Rebellennach heftigen Kämpfen in die IS-Bastion Al-Bab vorgedrungen.

+++ US-Außenminister John Kerry hat der syrischen Führung Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Aleppo vorgeworfen. Die rücksichtslose Bombardierung durch das Regime verletze internationales Recht und stelle "in vielen Fällen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen dar", sagte Kerry. 

Russland als wichtigster Verbündeter des syrischen Machthabers Baschar al-Assad müsse für einen Stopp der Angriffe sorgen.

+++ „Es fehlt uns ja mittlerweile sogar die Sprache, es fehlen uns die Worte dafür, zu beschreiben, was in Aleppo Tag für Tag stattfindet“, sagt Steinmeier.

+++ Angesichts der dramatischen Lage in Aleppo haben westliche Staaten das syrische Regime und Russland aufgerufen, Menschen aus den belagerten Rebellenvierteln abziehen zu lassen. „Wir fordern das Regime, aber auch den Iran und Russland auf, Menschen aus der Kampfzone gehen zu lassen“, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier
+++ Die Teilnehmer der internationalen Syrien-Konferenz in Paris haben mit Nachdruck eine Feuerpause für Aleppo gefordert. "In Aleppo und anderswo müssen die Kämpfe aufhören", sagte der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault am Samstag. "Die humanitäre Hilfe muss all diejenigen erreichen, die sie brauchen."

Aleppo: Lage der Zivilbevölkerung ist dramatisch

+++ Steinmeier sagt: "Das Leid der Menschen in Aleppo ist unermesslich." Es sei deshalb "moralische und rechtliche Pflicht", dieses Leid zu mindern.

Im heftig umkämpften Aleppo erleiden Rebellen derzeit eine schwere Niederlage, die Lage der Zivilbevölkerung ist dramatisch. Dazu soll es in Genf ein amerikanisch-russisches Expertentreffen geben.

USA schicken 200 zusätzliche Soldaten nach Syrien

Die USA wollen rund 200 zusätzliche Soldaten nach Syrien schicken, um den Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat zu unterstützen. Dabei handele es sich um Spezialkräfte, Ausbilder, Militärberater und Sprengstoffexperten, sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter am Sonntag auf einer Sicherheitskonferenz im Golfstaat Bahrain.

Die US-Truppe sollen syrische Oppositionskräfte für die Rückeroberung der syrischen IS-Hochburg Al-Rakka ausbilden, ausrüsten und beraten. Die Soldaten kämen zu den 300 US-Spezialkräften hinzu, die bereits in Syrien stationiert seien, sagte Carter.

An der Sicherheitskonferenz „Manama Dialog“ nimmt auch Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen teil. Sie wird am Mittag reden.

IS-Terrormiliz erobert wichtiges Gasfeld in Syrien

Die Terrormiliz Islamischer Staat  hat nach heftigen Kämpfen mit syrischen Regierungstruppen eines der wichtigsten Gasfelder des Landes eingenommen. Die Extremisten hätten nordwestlich der historischen Oasenstadt Palmyra in Zentralsyrien das Feld Dschihar erobert, meldeten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und armeenahe Kreise am Samstag. Auch das IS-Sprachrohr Amak berichtete von dem Vormarsch der Terrormiliz.

EU will Sanktionsliste gegen syrische Führung ausweiten

Angesichts der brutalen Offensive der syrischen Regierungstruppen auf Aleppo will die Europäische Union (EU) ihre Sanktionen gegen die Führung in Damaskus ausweiten. Die Liste der von Sanktionen betroffenen Personen und Organisationen, die Machthaber Baschar al-Assad nahe stehen, solle ausgeweitet werden, kündigte am Freitagabend die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini in Brüssel an. Eine Aufnahme auf die Sanktionsliste bedeutet für die Betroffenen EU-Einreise- und Vermögenssperren.

Erst Mitte November hatte die EU 17 weitere syrische Regierungsvertreter mit Sanktionen belegt. Damit stehe neben 69 Unternehmen und Organisationen insgesamt bereits mehr als 230 Syrer auf der EU-Sanktionsliste. Wieviele weitere Organisationen oder Regierungsvertreter nun hinzu kommen, müssen die 28 EU-Staaten konkret noch beschließen.

Wegen des Syrien-Konflikts hat die EU zudem ein Öl-Embargo gegen das Land verhängt sowie Beschränkungen für bestimmte Investitionen und Exportgüter im Technologiebereich erlassen. Auch die Guthaben der syrischen Zentralbank in der EU wurden bereits eingefroren.

dpa/AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

ZDF-„Politbarometer“: SPD verliert weiter an Zustimmung
Bis zum Wahltag will der SPD-Kanzlerkandidat Schulz unverzagt kämpfen, das hatte er angekündigt. Eine Umfrage dürfte ihm wenig Freude bereiten.
ZDF-„Politbarometer“: SPD verliert weiter an Zustimmung
Weitere Festnahme nach Londoner U-Bahn-Anschlag
Hinter dem U-Bahn-Anschlag in London könnte ein ganzes Netzwerk stecken. Die Polizei nahm einen weiteren Verdächtigen fest.
Weitere Festnahme nach Londoner U-Bahn-Anschlag
UN-Versammlung: Gabriel wettert gegen Trumps „nationalen Egoismus“
Bei seiner Rede vor der UN-Generalversammlung hat der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel klare Worte gefunden und die Politik des US-Präsidenten Donald Trump …
UN-Versammlung: Gabriel wettert gegen Trumps „nationalen Egoismus“
175 000 mehr Menschen erhalten Pflegeleistungen
Deutlich mehr Pflege - das bringt die jüngste Reform. Die Erwartungen scheinen sogar übertroffen zu werden.
175 000 mehr Menschen erhalten Pflegeleistungen

Kommentare