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Kurdische Kämpfer, wie hier bei Rakka, sind genauso im syrischen Bürgerkrieg beteiligt, wie viele andere Gruppen.

 Kampf um Aleppo

Fünf Fragen und Antworten: Der Syrien-Krieg verständlich erklärt

Syrien - Wissen Sie, warum in Syrien gekämpft wird? Wer auf welcher Seite steht? Und welche Rolle Aleppo spielt? Lesen Sie hier die Hintergründe des Bürgerkriegs - verständlich erklärt.

Der Bürgerkrieg in Syrien dominiert durch sein Grauen die Berichterstattung. Doch den Überblick zu bewahren, ist nicht leicht. Das liegt zum einen an den vielen innerstaatlichen Gruppen, zum anderen an den anderen Staaten, die in dem Konflikt mitmischen.

Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Krieg in Syrien:

Wer kämpft gegen wen? 

Es gibt mindestens drei Konfliktparteien: Die syrische Regierung, den sogenannten Islamischen Staat und die Rebellen. Letztere setzen sich wiederum aus verschiedenen Gruppen zusammen: zum Beispiel Sunniten, radikalen Islamisten oder Kurden. Um dem Einfluss anderer Staaten geht es zwei Fragen weiter.

Worum geht es eigentlich im syrischen Bürgerkrieg?

Der studierte Augenarzt Baschar al-Assad regiert Syrien seit 2000.

Den Menschen in Syrien geht es schon seit Jahrzehnten schlecht. Vor allem unter den jungen Syriern ist die Arbeitslosenquote hoch. Dazu kamen vor 2011 Dürren, Wasserknappheit und steigende Preise. Mit dem „Arabischen Frühling“ entwickelten sich 2011 auch in Syrien Massendemonstrationen für mehr Demokratie. Denn die Baath-Partei beherrschte das Land seit 1963. Vor dem jetzigen Präsidenten Baschar al-Assad regierte 30 Jahre lang dessen Vater. Plötzlich ließ Assad auf die Demonstranten schießen, die Opposition radikalisierte sich und griff zu den Waffen. Inzwischen verfolgen die verschiedenen Oppositionsgruppen unterschiedliche Ziele, einig sind sie nur in einem: Assad soll weg.

Welche Rolle spielen die anderen Staaten?

Russland, der Iran, im Hintergrund China unterstützen die Regierungstruppen von Machthaber Assad. Die USA, die EU, und die Golfstaaten die Opposition – darunter auch die radikalen Dschihadisten. Die Türkei verfolgt ihre eigenen Interessen, weil sie die Kurden davon abhalten will, einen eigenen Staat im Norden Syriens zu gründen.

Der Nahost-Experte Michael Lüders sagte im Deutschlandfunk (DLF): „Wir müssen uns vor Augen halten, dass in Syrien ein Stellvertreterkrieg stattfindet, ein Stellvertreterkrieg vor allem zwischen den USA und Russland.“ 

Ein fünfminütiges Video erklärt die verschiedenen Gruppen (Stand 2015) und die erste Entwicklung des Krieges:

Warum ist Aleppo so wichtig?

Die ehemalige Handelsmetropole Aleppo hat sich im syrischen Bürgerkrieg zu einem Symbol für den Konflikt entwickelt. Fast seit Beginn der Kämpfe war die Stadt zwischen Regierungstruppen und Rebellen aufgeteilt. Sie wurde zum dauerhaften Schlachtfeld. Sie ist zudem die letzte Großstadt, die die Rebellen noch kontrollieren. Die syrische Armee hätte nach einem Ende des Kampfes um Aleppo viele Soldaten frei. Die könnten sich dann auf andere Gegenden des Landes konzentrieren und ein schnelleres Ende des Krieges erreichen.

Wie könnte es weitergehen?

Der syrische Präsident Baschar al-Assad sieht in der Eroberung Aleppos noch nicht das Ende des Krieges, sagte er der regierungstreuen Zeitung „Al Watan“ vergangene Woche: „Aber es wäre ein großer Schritt in Richtung Beendigung des Terrorismus.“ Er stellte auch nochmals klar, dass die Armee das komplette Land befreien werde. Einen Waffenstillstand lehnt er ab.

Der Nahost-Experte Michael Lüders sagte im DLF: „Wir haben weiterhin unruhige Jahre zu erwarten.“ Denn die Rebellen-Kämpfer, die auch mit der Unterstützung des Westens bewaffnet worden sind, würden jetzt in den Untergrund gehen und von dort aus weiter Anschläge verüben. Von Frieden ist Syrien noch weit entfernt.

bew mit Material von dpa und AFP

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