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Witali Tshurkin, russischer Abgesandter bei der UN, lehnte eine Syrien-Resolution ab.

Erneutes Veto bei UN-Abstimmung

Syrien-Resolution scheitert an China und Russland

New York - Die UN-Vetomächte Russland und China haben zum vierten Mal eine Resolution zum syrischen Bürgerkrieg gegen eine große Mehrheit im Weltsicherheitsrat blockiert.

Russland und China haben zum vierten Mal mit ihrem Veto im UN-Sicherheitsrat eine Resolution zum syrischen Bürgerkrieg blockiert. Die beiden ständigen Mitgliedern verhinderten damit am Dienstag in New York, dass der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag sich mit der Gewalt in dem Land befassen kann.

Der von Frankreich vorgelegte Resolutionsentwurf hatte Untersuchungen gegen die syrische Regierung, aber auch gegen die Rebellen gefordert. Der Entwurf war von allen anderen 13 Ratsmitgliedern, 65 weiteren Nationen, darunter Deutschland, und mehr als 100 Menschenrechts- und Hilfsorganisationen unterstützt worden.

Russland vermutet eine "bewaffnete Intervention"

Eine Resolution des Sicherheitsrates ist notwendig, da Syrien nicht Mitglied des Internationalen Strafgerichtshofes ist. Das Gericht in Den Haag kann daher nicht von sich aus aktiv werden.

Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin warf dem Westen vor, mit solchen Anträgen den Konflikt in Syrien zu befeuern. „Einige wollen einen Regierungswechsel in Syrien um jeden Preis.“ Was seien die Motive der Resolution? „Soll damit eine bewaffnete Intervention in Syrien vorbereitet werden?“ Er warf westlichen Ländern Arroganz vor, weil sie den Strafgerichtshof ansonsten ignorieren würden. „Das Gericht soll benutzt werden, um politische Gefühle auszuleben.“

Im Namen von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte dessen Vize Jan Eliasson um Zustimmung gebeten: „Die UN haben immer gefordert, dass die Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden. Wir sind jetzt aufgerufen, das in die Tat umzusetzen - eigentlich sind wir es schon seit langem.“ Es gehe um Gerechtigkeit für die Opfer unaussprechbarer Gewalt, keine Seite in diesem Konflikt sei unschuldig. „Und wir müssen auch an die denken, die den Konflikt befeuern, in dem sie die Waffen liefern, mit denen die Gräueltaten begangen werden.“

UN-Rat zu Untätigkeit verurteilt

„Beide Seiten haben Grausamkeiten begangen“, sagte Frankreichs UN-Botschafter Gérard Araud, der die Resolution vorgelegt hatte. „In einem Land mit antiker Kultur sehen wir unaussprechliche Grausamkeit gegen Männer, Frauen und selbst kleine Kinder.“ Doch der Rat sei zur Untätigkeit verurteilt. „Nichts ist schlimmer als Schweigen, denn Schweigen ist Zustimmung.“ Politiker müssten wissen, dass sie sich 2014 nicht mehr so verhalten dürften wie 1942. „Es geht um die Ehre dieses Rates. Ein Veto würde alle Ungerechtigkeiten überdecken.“

US-Botschafterin Samantha Power sagte, die Schuldigen müssten unbedingt zur Verantwortung gezogen werden. „Das ist das Mindeste, wenn wir die Verbrechen schon nicht verhindern konnten. Doch durch die Entscheidung der russischen Regierung, das syrische Regime zu unterstützen, was immer es auch tut, wird das syrische Volk keine Gerechtigkeit bekommen“, sagte Power. „Unsere Enkel werden uns eines Tages fragen, wie wir das zulassen konnten.“

Es war seit Oktober 2011 das vierte Mal, dass Russland und China gegen eine große Mehrheit im Sicherheitsrat eine Resolution zu Syrien verhinderten. Weil Russland und China wie die USA, Großbritannien und Frankreich, ständige Mitglieder im Sicherheitsrat sind, können sie mit ihrem „Nein“ jede Mehrheit blockieren.

Syrienkonflikt: Die Standpunkte der großen Mächte

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dpa

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