Syrische Soldaten schießen weiter

Beirut - Den zweiten Tage in Folge haben syrische Regierungstruppen nach Angaben von Aktivisten die Protesthochburg Hama beschossen. Bereits am Sonntag hatten Assads Schergen ein Blutbad angerichtet.

Die Offensive der syrischen Sicherheitskräfte gegen oppositionelle Bürger geht weiter. Einen Tag nach dem blutigen Angriff der Armee auf die Stadt Hama mit rund 100 Toten sind am Montagmorgen Panzer und Scharfschützen in großer Zahl in Deir al-Zor einmarschiert.

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Deutschland will UN-Sondersitzung zu Syrien

Mehr als 100 Tote bei Armee-Einsätze

Mindestens 25 Menschen wurden getötet und 65 weitere verletzt. Das berichtete der arabische Nachrichtenkanal Al-Dschasira unter Berufung auf Augenzeugen in der Stadt im Nordosten des Landes.

“Sie setzen Artillerie und Luftabwehrwaffen ein“, sagte ein Bewohner dem Sender. “Die Lage ist sehr schlecht, medizinische und Lebensmittelvorräte gehen zur Neige.“ Deir al-Zor hat einen starken kurdischen Bevölkerungsanteil. Zugleich ist es ein Zentrum der syrischen Erdöl- und Gasindustrie.

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Menschenrechtsgruppen zählten Sonntag in ganz Syrien 142 Tote. Die meisten Opfer wurden in Hama verzeichnet, einer Hochburg des Widerstands gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Armee-Einheiten waren am Sonntag auch in Deir al-Zor, in der südlichen Provinz Daraa und in Vororten von Damaskus aktiv.

Der blutige Einsatz des Militärs gegen unbewaffnete Bürger wurde weltweit verurteilt. Deutschland hat eine Sondersitzung des Weltsicherheitsrates beantragt.

dpa

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