Festnahme von Familienmitgliedern

Erdogan zu Festnahme von Ehefrau des IS-Anführers Al-Baghdadi - „machen keinen Wirbel“

Abu Bakr al-Baghdadi, Chef der Terrormiliz Islamischer Staat, ist tot. Das hat US-Präsident Donald Trump bestätigt. Jetzt wurden Schwester und Ehefrau des IS-Chefs in Syrien festgenommen.

  • US-Präsident Trump hat den Tod von ISIS-Chef al-Baghdadi bestätigt.
  • Al-Baghdadi war seit mehr als fünf Jahren Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (ISIS) .
  • Mittlerweile wurde neben seiner Schwester auch seine Ehefrau festgenommen.

Update vom 6. November: Nachdem die Schwester von ISIS-Chef al-Baghdadi festgenommen wurde, folgt nun nach türkischen Angaben auch seine Ehefrau. Al-Baghdadi habe sich selbst in die Luft gesprengt und die USA habe dazu eine „solide Kommunikationskampagne“ betrieben, sagte Erdogan am Mittwoch in Ankara. Und weiter: „Na und, wir haben seine Ehegattin gefasst. Aber seht, wir machen keinen Wirbel darum, ich verkünde das heute jetzt zum ersten Mal.“ Details zu Zeitpunkt oder Ort der Festnahme nannte Erdogan nicht.

Al-Bagdadi hatte mindestens zwei Frauen. Autor William McCants zufolge, der lange zum IS geforscht hat, war Al-Bagdadis erste Frau Asma die Tochter seines Onkels mütterlicherseits und damit seine Cousine. Seine zweite Frau Isra heiratete Al-Bagdadi laut McCants vermutlich nach dem US-Einmarsch im Irak im Jahr 2003.

Die New York Times hatte unter Berufung auf Mitarbeiter der US-Regierung Ende Oktober berichtet, dass eine von Al-Bagdadis Frauen vor dem Geheimeinsatz, der zu seinem Tod führte, festgenommen und befragt worden war. Sie habe Hinweise zu Al-Bagdadis Standort in Nordsyrien gegeben. Um welche Frau es sich dabei handelte, blieb unklar.

Nordsyrien: Festnahme der Schwester des IS-Anführers Abu Bakr al-Bagdadi durch türkische Kräfte

Update vom 5. November: Die Schwester des IS-Anführers Abu Bakr al-Baghdadi wurde in Syrien festgenommen. Laut Angaben eines Regierungsvertreters in Ankara sei der Zugriff durch türkische Einsatzkräfte bei einem Einsatz in der Nähe der nordsyrischen Stadt Asas erfolgt. Bei der Frau handelt es sich laut den Angaben um Rasmija Awad.

Durch die Festnahme erhofft sich die türkische Regierung Erkenntnisse über die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Neben der Schwester von Abu Bakr al-Baghdadi wurden ihr Ehemann, die Schwiegertochter und fünf Kinder angetroffen. Die drei Erwachsenen seien am Dienstag (5. November) vernommen wurden. Was Awad über den IS wisse, könne „unsere Erkenntnisse über die Gruppe deutlich ausweiten", sagte der türkische Regierungsvertreter. So könne die Türkei sich selbst und „den Rest Europas" besser „vor Terroristen schützen". Die Informationen, die die Türkei durch die Schwester Al-Baghdadis erhalte, seien eine „Goldmine“.

Der Kommunikationsdirektor des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Fahrettin Altun, schrieb auf Twitter: „Die Festnahme von Al-Baghdadis Schwester ist ein weiteres Beispiel für den Erfolg unserer Terrorismusbekämpfung.“

Trump in USA: Dramatisches Video von Angriff auf al-Baghdadi - schwere Vorwürfe gegen US-Präsident

17.35 Uhr: Donald Trump berichtete sehr offen und für einige sogar zu offen über die Tötung des IS-Anführers al-Baghdadi. Der frühere Kommandeur der US-Armee in Europa, Mark Hertling, gab nun gegenüber t-online eine Einschätzung zu den Trump-Statements ab. Einerseits berichtet Hertling dabei, dass er erschrocken sei, wie viele Details der Operation Trump ausgeplaudert und damit dem IS wertvolle Informationen für folgende Kämpfe geliefert habe.

Andererseits berichtet Hertling, dass er bei bestimmten Teilen von Trumps Rede nicht wisse, „ob der Präsident sie ausgeschmückt oder frei erfunden hat“, sagte er dem Portal. Er gehe nicht davon aus, dass Trump tatsächlich ein Audio-Signal von dem Einsatz hören habe können, so Hertling weiter. Deshalb zweifelt der Militär Trumps Bericht, al-Baghdadi habe bei seinem Tod „gewinselt und geweint“, stark an. Zwar gäbe es solche Audio-Signale, sie würden aber nicht an die Führung übermittelt. Zudem würde auch eher keiner der beteiligten Spezialkräfte solche Informationen direkt an den Präsidenten herantragen.

16.28 Uhr: Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Tod ihres Anführers Abu Bakr al-Bagdadi bestätigt. Der IS veröffentlichte am Donnerstag eine entsprechende Audio-Botschaft über seinen Medienkanal Al-Furkan. Zudem verkündete der IS wer die Nachfolge des Anführers antreten werde: Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraischi sei der neue Anführer der Terrororganisation. Der IS bestätigte in der Audio-Botschaft auch den Tod des weiteren ranghohen Mitglieds Abu al-Hassan al-Muhadschir. Dieser habe aus Saudi-Arabien gestammt.

Video: USA veröffentlichen Video von Angriff auf IS-Chef al-Bagdadi

Update vom 31. Oktober, 7.27 Uhr: Das US-Verteidigungsministerium hat Aufnahmen des Militäreinsatzes gegen IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi in Syrien veröffentlicht. Auf den Videoaufnahmen in Schwarz-Weiß ist zu sehen, wie US-Elitesoldaten sich zu Fuß dem von einer Mauer umgebenen Anwesen nähern, in dem sich al-Bagdadi versteckte. Außerdem sind Luftangriffe auf eine Gruppe von Kämpfern zu sehen, die auf die US-Hubschrauber geschossen hat. Die US-Streitkräfte haben das Gebäude zum Ende des Einsatzes mit Bomben dem Erdboden gleichgemacht. Das Anwesen habe danach ausgesehen wie ein "Parkplatz mit großen Schlaglöchern", sagte General Kenneth McKenzie, der Kommandeur des US-Zentralkommandos Centcom, am Mittwoch. 

McKenzie nannte auch weitere Details. Zwei Kinder seien getötet worden, als sich al-Bagdadi mit einer Sprengstoffweste in die Luft gejagt habe, nicht drei wie Präsident Donald Trump darstellte. Angaben des Präsidenten, wonach der IS-Anführer "wimmernd und weinend und schreiend" in einen Tunnel gerannt sei, bestätigte der General nicht. Der Leichnam des Anführers der Terrormiliz Islamischer Staat ist nach der Identifizierung nach US-Angaben auf See bestattet worden. Dies sei im Einklang mit dem Kriegsrecht innerhalb von 24 Stunden nach seinem Tod geschehen.

Nach Tod von al-Bagdadi - Donald Trump: „Nummer eins“ unter den möglichen Nachfolgern getötet

14.59 Uhr: US-Soldaten haben nach Angaben von Präsident Donald Trump auch die "Nummer eins" unter den möglichen Nachfolgern von IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi getötet. In einer Twitter-Botschaft erklärte der US-Präsident am Dienstag, dieser hätte "höchstwahrscheinlich" nach dem Tod al-Bagdadis die Führung der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) übernommen. "Jetzt ist auch er tot", erklärte Trump, ohne die Identität des Mannes zu nennen.

Update vom 29. Oktober, 9.18 Uhr: Donald Trump schockte mit seiner detaillierten Beschreibung des Todes von IS-Führer Abu Bakr al-Bagdadi die Öffentlichkeit. Jetzt legte der US-Präsident noch einmal nach. Am Montagabend veröffentlichte Trump via Twitter ein Foto des Schäferhundes, der den IS-Chef letztlich in den Selbstmord getrieben haben soll. Laut Schilderung soll der Hund den Terroristen zum Ende eines Tunnels gejagt haben, ohne Ausweg zündete al-Bagdadi schließlich eine Sprengstoffweste.

Trump schrieb zu dem Twitter-Bild: „Wir haben ein Bild des wundervollen Hundes freigegeben, der so einen großartigen Job gemacht hat den ISIS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi zu fangen und zu töten“. Der Hund war nach Trumps Angaben bei dem Einsatz vom Wochenende verletzt worden.

Währenddessen äußerte sich US-Präsident Trump in einem Radio-Interview zu Meghan Markle, der britischen Herzogin von Sussex.

„Gewinselt, geweint“: Trump schildert Tod des IS-Chefs - und macht selbst den zuständigen Minister ratlos

Update 15.25 Uhr: Donald Trump sieht sich nach der Festnahme des IS-Chefs Abu Bakr al-Bagdadi Kritik der US-Sicherheitskräfte ausgesetzt. Wie die New York Times berichtet, haben Vertreter von Geheimdiensten, Armee und Terrorbekämpfern gerügt, der Coup sei nicht wegen sondern trotz Trumps jüngster Entscheidungen zustande gekommen.

Konkret sind die Sicherheitskräfte dem Bericht zufolge über die Entscheidung des US-Präsidenten zum Abzug aus Nordsyrien erbost. Die Order zum Abzug habe die schwierigen Planungen unterbrochen und das Pentagon dazu gezwungen, die Bemühungen zu beschleunigen - hätte die riskante Aktion später stattgefunden, hätte man in der Zwischenzeit den Zugriff auf Informationen aus und militärische Unterstützung in der Region verloren, hieß es.

Ebenfalls bemerkenswert: Den Informanten der Zeitung zufolge hatten die Kurden die US-Kräfte weiter geheimdienstlich bei der Suche nach al-Bagdadi unterstützt - obwohl Trump die Bevölkerungsgruppe mit dem Rückzug wissentlich einem Angriff der Türkei aussetzte.

Donald Trump bestätigt Tod von IS-Chefin al-Badgdadi - Bundesregierung erinnert an Opfer in aller Welt

Update 13.26 Uhr: Die Bundesregierung hat nach dem Tod von Abu Bakr al-Bagdadi an die zahlreichen Opfer von dessen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erinnert. Nach der Nachricht denke man daran, „dass er solch mörderische Befehle nun nicht mehr geben kann“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. „Das heißt aber nicht, dass der Kampf gegen den IS damit beendet ist“, sagte er. Zu Fragen, ob Deutschland an der US-Militäraktion, die zum Tod al-Bagdadis führte, beteiligt oder über sie informiert gewesen sei, wollte Seibert sich nicht äußern.

Eine grundsätzliche Änderung der Gefährdungslage in Deutschland - etwa durch mögliche Racheakte von IS-Anhängern - sehen die Sicherheitsbehörden nicht. Es gebe keine konkreten Hinweise in diese Richtung, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums.

„Bei der Nachricht vom Tod dieses Mannes denkt die Bundesregierung an all die Opfer des IS-Terrors, an all die ermordeten oder versklavten Jesiden oder Jesidinnen, an die Menschen, die die Fanatiker in ihrer Willkür in den vom IS kontrollierten Gebieten ermordet haben - sowohl einheimische Muslime wie ausländische Geiseln“, sagte Seibert. „Wir denken an die Menschen hier in Europa und auf der Welt, die in terroristischen Anschlägen des IS ihr Leben verloren haben, all diese Menschen und die, die um sie trauern.“

Donald Trump und sein Verteidigungsminister Mark Esper beobachten am Samstag im Weißen Haus die Aktion des US-Militärs.

Donald Trump schildert Tod des IS-Chefs - und macht selbst den zuständigen Minister ratlos

Update 12.35 Uhr: Donald Trump hat mit seiner äußerst bildhaften Schilderung der Festnahme und Tötung des IS-Chefs Abu Bakr al-Bagdadi einige zusätzliche Aufmerksamkeit auf den Coup des US-Militärs gezogen - doch mittlerweile gibt es Zweifel an der Darstellung des US-Präsidenten.

Bagdadi habe vor seinem Tod „gewinselt, geweint und geschrien“, hatte Trump bei einer Pressekonferenz unter anderem berichtet und erklärt, die Live-Aufnahmen der Aktion seien „wirklich großartig zu beobachten“ gewesen, „als ob man einen Film schaut“. Aus Militär- und Geheimdienstquellen will die New York Times nun aber erfahren haben, dass es keine Live-Aufnahmen aus dem Tunnel gab, in dem al-Bagdadi starb - und zudem keine Tonübertragung von dem Einsatz. 

Die verfügbaren Bilder stammten dem Bericht zufolge von Drohnen. Bodycams der beteiligten Soldaten seien lediglich zur nachträglichen Auswertung geeignet, nicht zur Liveübertragung. Zum Zeitpunkt von Trumps Pressekonferenz seien diese Bilder aber noch nicht vorgelegen, schreibt die New York Times. Das US-Militär verzichte sogar absichtlich auf Live-Übertragungen konkreter Zugriffe, um nicht Gefahr zu laufen, unmittelbar Kritik oder gegenläufige Befehle zu erhalten.

Donald Trump und sein Verteidigungsminister Mark Esper beobachten am Samstag im Weißen Haus die Aktion des US-Militärs.

Verteidigungsminister Mark Esper - der ebenfalls bei der Übertragung der Aktion ins Weiße Haus anwesend war, wie Fotos belegen - bestätigte indirekt die Zweifel. „Diese Details sind mir nicht bekannt“, erklärte er, vom Sender ABC zur Quelle von Trumps drastischer Schilderung befragt. „Vermutlich hatte der Präsident die Gelegenheit, mit Kommandeuren zu sprechen.“ Eine mögliche Erklärung, aber auch eine eigentümlich schwammige Vermutung aus dem Munde des für die Truppen zuständigen Ministers.

Noch schwerer dürfte die Kritik des früheren Chefs der US-Antiterror-Behörde NCTC, Michael Leiter, wiegen. Trump habe bei seiner Pressekonferenz „operative Details“ zu eingesetzter Technologie, zu Flugrouten und anderen Einzelheiten verraten, rügte er im Gespräch mit der Webseite Vox. Diese Informationen hätten „das Potenzial, unseren Feinden zu helfen“.

Trump bestätigt Tod von Al-Bagdadi: Ein Land fürchtet nun Vergeltungsaktionen - Militär in Aufruhr

Update 28. Oktober, 6.40 Uhr: Nach dem Tod von IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi werden auf den Philippinen Vergeltungsakte der Terrormiliz befürchtet. Die Streitkräfte des südostasiatischen Inselstaats waren wegen möglicher neuer Anschläge des Islamischen Staats (IS) am Montag in Alarmbereitschaft. Ein Militärsprecher, Brigadegeneral Edgard Arevalo, sagte: „Wir erwarten, dass sein Tod negative Auswirkungen auf die Führerschaft von Terroristen in verschiedenen Teilen der Welt hat.“

Ein Mann untersucht Trümmer eines Hauses nach einem Angriff. Der IS-Anführer Al-Bagdadi soll nach Angaben des US-Präsidenten Trump bei einer Operation der US-Spezialkräfte getötet worden sein.

Auf den Philippinen sind IS-Verbündete wie die Terrorgruppe Abu Sayyaf aktiv, die in den vergangenen Jahren vor allem durch die Entführung von ausländischen Touristen Schlagzeilen machte. Die Großstadt Marawi im Süden des Landes war 2017 fünf Monate lang unter Kontrolle von Islamisten, bis die philippinische Armee sie zurückerobern konnte. Auf der Insel Mindanao gilt deshalb immer noch das von Präsident Rodrigo Duterte verhängte Kriegsrecht.

Donald Trump enthüllt Details zum Tod von ISIS-Chef Al-Bagdadi: Er riss seine Kinder mit in den Tod

Update 18.39 Uhr: Überaus anschaulich hat Donald Trump den Einsatz von US-Spezialkräften geschildert, der zum Tod des IS-Chefs Abu Bakr al-Bagdadi führte. Vielleicht gab der US-Präsident der Nachrichtenagentur AFP zufolge sogar mehr Details preis, als seinen Geheimdiensten recht ist - weil sich daraus womöglich Rückschlüsse auf die Quellen ziehen lassen, aus denen die Informationen über das Versteck des meistgesuchten Mannes der Welt stammten.

Trump verfolgte den Einsatz nahe des nordwestsyrischen Orts Barischa im Grenzgebiet zur Türkei vom "Situation Room" im Weißen Haus aus. Er war dabei von Verteidigungsminister Mark Esper, seinem Sicherheitsberater Robert O'Brien und mehreren Generälen umgeben. Alles sei so klar zu sehen gewesen wie in einem "Film", sagte Trump. 

Wie die AFP berichtet, zerrte der IS-Chef dem US-Präsidenten zufolge drei seiner kleinen Kinder mit sich und damit in den "sicheren Tod". Denn der Tunnel habe keinen Ausgang gehabt, und der IS-Chef habe dies gewusst. Am Ende des Tunnels zündete al-Bagdadi demnach dann seine Sprengstoffweste und tötete damit auch seine drei Kinder.

Update 17.41 Uhr: Beim US-Einsatz gegen Abu Bakr al-Bagdadi hat der irakische Geheimdienst nach Angaben aus Bagdad entscheidende Hinweise geliefert. Dieser habe das Versteck des IS-Chefs in der syrischen Provinz Idlib ausfindig gemacht, teilte die irakische Armee am Sonntag mit. Ein Jahr lang habe ein Team aus Spezialisten vorher nach Hinweisen zum genauen Aufenthaltsort Al-Bagdadis gesucht. Der US-Einsatz sei Ergebnis der Zusammenarbeit mit dem irakischen Geheimdienst gewesen, hieß es. 

IS-Führer Al-Bagdadi ist offenbar in Syrien ums Leben gekommen.

Al-Bagdadi tot: Israel gratuliert Trump

Update 15.30 Uhr: Großbritannien und Israel haben den von US-Präsident Donald Trump verkündeten Tod des Anführers der Terrormiliz Islamischer Staat, Abu Bakr al-Bagdadi, begrüßt. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Sonntag nach Angaben seines Büros: „Ich möchte dem Präsidenten Trump zu dem beeindruckenden Erfolg gratulieren, der zur Tötung des IS-Chefs Al-Bagdadi führte.“ Der Einsatz beweise „unsere Entschlossenheit - der USA und aller freier Länder - Terrororganisationen und -staaten zu bekämpfen“. Al-Bagdadis Tod sei „ein wichtiger Meilenstein, aber die Schlacht steht uns noch bevor“, sagte Netanjahu demnach.

Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace erklärte: „Die Welt wird Al-Bagdadi nicht vermissen.“ Der IS sei eine der mörderischsten Terrororganisationen der Gegenwart. Der britische Außenminister Dominic Raab sagte: „In der Folge des Todes des Daesh-Anführers, dürfen wir Daesh nicht erlauben, jemanden zu glorifizieren, der solch unmenschliche, abscheuliche Straftaten begangen hat. Großbritannien werde weiter am Sieg über den IS arbeiten. Daesh wird im anglo-aerikanischen Sprachraum häufig als Synonym für den IS verwendet.

Trump verkündet Tod von IS-Anführer Al-Bagdadi - und wählt martialische Beschreibung

Update 14.26 Uhr: Offiziele Bestätigung aus dem Weißen Haus: Al-Bagdadi sei bei einer Operation von US-Spezialkräften in Nordwest-Syrien getötet worden, sagte Präsident Trump am Sonntagmorgen (Ortszeit) in einer Ansprache im Weißen Haus. Auch zahlreiche seiner Kämpfer seien ums Leben gekommen. US-Soldaten seien nicht zu Schaden gekommen. Al-Bagdadi sei ums Leben gekommen, als er bei der Operation eine Sprengstoffweste zur Detonation gebracht habe. In seiner Ansprache berichtete Trump, der lange gesuchte al-Bagdadi sei „gestorben wie ein Hund.“

Weniger martialische Worte wählte der Kommandeur der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Maslum Abdi. Er schrieb auf Twitter, Bagdadis Tod sei das Ergebnis einer über fünf Monate andauernden Geheimdienstzusammenarbeit gewesen. Der IS-Chef sei dann bei einer gemeinsamen Operation getötet worden. Die von der Kurdenmiliz YPG dominierten SDF waren bisher der wichtigste Verbündete der US-Streitkräfte im Kampf gegen den IS. Zuletzt geriet dieses Bündnis allerdings unter erheblichen Druck.

ISIS-Chef al-Bagdadi getötet: USA prüfen Identität

Erstmeldung von 7.30 Uhr:

Damaskus - Der Anführer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, ist US-Medienberichten zufolge vermutlich bei einem US-Angriff in Syrien getötet worden. Wie US-Medien am Sonntagmorgen unter Berufung auf mehrere Regierungsvertreter berichteten, war al-Bagdadi am Samstag das Ziel eines US-Militäreinsatzes in der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens. Er soll demnach eine Sprengstoffweste gezündet haben, als die US-Spezialkräfte angriffen.

Wie der Fernsehsender CNN berichtete, will das US-Militär den Tod des IS-Anführers erst bestätigen, wenn alle Test abgeschlossen sind. US-Medienberichten zufolge könnte es auch in einer Ansprach von US-Präsident Donald Trumps, die das Weiße Haus am Samstagabend angekündigt hatte, um den Einsatz gegen al-Bagdadi gehen.

Aktuell sorgt die Türkei mit einer Offensive in Nordsyrien für Furore. In unserem News-Ticker halten wir Sie auf dem Laufenden.

IS-Anführer al-Bagdadi getötet: Trump will „Wichtige Ankündigung“ machen

Das Weiße Haus hatte am Samstagabend eine wichtige Ankündigung des Präsidenten angekündigt. Trump werde sich am Sonntagmorgen um 09.00 Uhr (Ortszeit, 14.00 Uhr MEZ) im Weißen Haus äußern, teilte der Vizesprecher des Weißen Hauses, Hogan Gidley, in Washington mit. Einzelheiten nannte er allerdings nicht. Trump hatte zuvor im Onlinedienst Twitter geschrieben: "Gerade ist etwas sehr Wichtiges passiert!" Mehr verriet aber auch er nicht.

Über den Aufenthaltsort al-Bagdadis wird schon seit Jahren gerätselt. In der Öffentlichkeit trat der IS-Anführer nur einmal auf, als er im Juli 2014 in einer Moschee im nordirakischen Mossul ein "Kalifat" in Syrien und im Irak ausrief.

ISIS-Chef al-Bagdadi getötet: Letztes Video im Frühjahr - Aufruf zum Kampf

Zuletzt hatte der IS im April ein Video veröffentlicht, das den schon mehrfach totgesagten al-Bagdadi zeigen soll. Darin rief er seine Anhänger auf, den Kampf trotz des Verlusts ihres "Kalifats" fortzusetzen. Im September rief der IS-Anführer seine Anhänger in einer Audiobotschaft zur Befreiung gefangener Kämpfer und ihrer Familien auf.

Das Impeachment-Verfahren nimmt Fahrt auf. Steht Donald Trump wegen der Ukraine-Affäre vor der Amtsenthebung? Alle Entwicklungen im News-Ticker. In Offenbach wurden derweil drei mutmaßliche IS-Anhänger festgenommen. Sie sollen einen Anschlag geplant haben.

Rubriklistenbild: © AFP / ADEM ALTAN

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