+
Feuer in der syrischen Stadt Homs (Archivbild).

Syrische Aktivisten melden neuen Beschuss von Homs

Homs - Unmittelbar vor Eintreffen der ersten UN-Beobachter zur Überwachung des fragilen Waffenstillstands in Syrien haben Regierungstruppen laut Aktivisten den Beschuss der Stadt Homs wieder aufgenommen.

Mindestens sieben Menschen wurden nach Angaben der Örtlichen Koordinationskomitees dabei am Sonntag getötet.

Etwa sechs Raketen pro Minute seien am Sonntagmorgen im Viertel Chaldije eingeschlagen, erklärte die Gruppe. Auch weitere Viertel, in denen sich viele Aufständische aufhalten, wurden Aktivisten zufolge beschossen.

In einem am Sonntag von Aktivisten im Internet veröffentlichten Amateurvideo war die in Rauch gehüllte Silhouette von Chaldije zu sehen, während Explosionen und Schüsse zu hören waren. Bereits am Samstag hatten Regierungstruppen nach Aktivistenangaben Wohnviertel in Homs beschossen und fünf Menschen getötet, darunter auch einen 26-jährigen Fotografen und Vater zweier Kinder, der die Zerstörung dokumentierte. Staatliche Medien berichteten unterdessen, Rebellen hätten fünf Granaten abgefeuert.

Beobachtermission soll schnell aufgestockt werden

Nach der Entsendung durch den Weltsicherheitsrat in einer einstimmigen Resolution am Samstag soll das Vorausteam der UN-Beobachter seine Arbeit unmittelbar aufnehmen. Die ersten sechs Beobachter seien “morgen mit blauen Helmen vor Ort“, sagte der Sprecher des UN-Sondergesandten Kofi Annan, Ahmad Fawzi, am Sonntag in Genf der Nachrichtenagentur AP. Die Gruppe würde schnell um bis zu 25 bis 30 weitere Personen aus der Region und andernorts aufgestockt.

Syrien: So wütet Assad gegen sein eigenes Volk

Syrien: So wütet Assad gegen sein eigenes Volk

Am Samstag hatte der Weltsicherheitsrat erstmals seit Beginn der Kämpfe in Syrien vor mehr als einem Jahr in einer gemeinsamen Resolution ein sofortiges Ende der Gewalt und den Beginn von Friedensgesprächen gefordert. Das Votum verlangt die sofortige und umfassende Umsetzung des Friedensplans von Annan und billigt die Entsendung von Beobachtern zur Überwachung der vereinbarten Waffenruhe. Demnach soll ein Vorausteam von rund Mitarbeitern die Arbeit einer vollständigen Mission mit bis zu 250 Beobachtern vorbereiten.

Mutmaßlicher deutscher Waffenfrachter soll Dritthafen anlaufen

Die Bundesregierung verstärkt derweil laut “Spiegel online“ ihre Bemühungen um Aufklärung einer möglichen Waffenlieferung an Syrien an Bord des deutschen Frachters “Atlantic Cruiser“. Sie habe die Botschaften in der Region gebeten, “ihre jeweiligen Gastregierungen auf den Vorgang aufmerksam zu machen wegen eines möglichen Verstoßes gegen Embargovorschriften“, zitiert “Spiegel online“ aus dem Bundeswirtschaftsministerium.

Auch mit der deutschen Reederei sei Kontakt aufgenommen worden, hieß es. Eine Weiterfahrt der “Atlantic Cruiser“ nach Syrien sei nicht beabsichtigt. Das Schiff solle nun einen sicheren Dritthafen im Mittelmeer anlaufen. Dort solle die Ware überprüft werden.

Von Zeina Karam

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

EuGH: Polen muss Zwangspensionierung von Richtern stoppen
Schallende Ohrfeige für Polen: Das höchste Gericht der EU erlässt im Streit um die Rechtsstaatlichkeit in dem Land eine einstweilige Anordnung. Hält sich die Regierung …
EuGH: Polen muss Zwangspensionierung von Richtern stoppen
Hunderte Migranten überwinden Zaun an Grenze zu Mexiko
Die Lage an der Grenze zwischen Mexiko und Guatemala ist angespannt. Steine fliegen in die Richtung von Polizisten, Hunderte Migranten aus Mittelamerika klettern über …
Hunderte Migranten überwinden Zaun an Grenze zu Mexiko
Beckstein bei Markus Lanz zu Seehofer-Zukunft: „Ich kenne meine Partei ...“
Weiter Stillstand in der CSU: Ganz so klang Günther Beckstein am Donnerstag als Gast von Markus Lanz. Dabei war er einst in der gleichen Situation wie seine …
Beckstein bei Markus Lanz zu Seehofer-Zukunft: „Ich kenne meine Partei ...“
„Der letzte Tag, an dem sie selbst entscheiden kann ...“: CDU-Größen zählen anonym Merkel an
Nicht nur für Horst Seehofer, auch für Angela Merkel könnte es nach der Hessen-Wahl eng werden. Die CDU-Chefin wird aus den eigenen Reihen angezählt.
„Der letzte Tag, an dem sie selbst entscheiden kann ...“: CDU-Größen zählen anonym Merkel an

Kommentare