+
Ein Flüchtling vor der Lebensmittelausgabe einer Tafel in NRW. Tafel-Helfer sprechen von Verteilungskämpfen unter den Bedürftigen. Foto: Oliver Berg/Illustration

Tafel-Chef Brühl mahnt: "Lage ist zur Zeit sehr angespannt"

Berlin (dpa) - Der Flüchtlingsandrang hat die Situation an den Tafeln in Deutschland extrem verschärft. Die Zahl der Bedürftigen ist innerhalb weniger Monate von einer Million um 150 000 weitere Menschen gestiegen, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Deutsche Tafel, Jochen Brühl, der Deutschen Presse-Agentur.

In manchen Städten würden nun sogar doppelt so viele Menschen für kostenlose Lebensmittel Schlange stehen. "Die Lage ist zur Zeit sehr angespannt. Mehrere Tafeln mussten Aufnahmestopps verhängen, da sie keine weiteren Menschen unterstützen können", sagte Brühl. Besonders betroffen sei Nordrhein-Westfalen.

Der Tafel-Chef mahnte, die freiwilligen Leistungen der 60 000 Helfer dürfe nicht als selbstverständlich erachtet werden. "Die Versorgung von Bedürftigen ist Aufgabe des Staates", betonte Brühl. "Auf diese Leistungen darf sich die Bundesregierung nicht verlassen." Die Tafeln in Deutschland feiern am Dienstag ihr 20-jähriges Bestehen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jamaika-Gespräche ausgesetzt - Kompromissangebot zur Zuwanderung?
Die Jamaika-Sondierungsgespräche gehen am Samstag in eine weitere Runde. Einzelgespräche sollen helfen, um bis Sonntag fertig zu werden. Im News-Ticker bekommen Sie alle …
Jamaika-Gespräche ausgesetzt - Kompromissangebot zur Zuwanderung?
Libanons Regierungschef Hariri in Frankreich
Während es zwischen Berlin und Saudi-Arabien seinetwegen zu diplomatischen Spannungen kommt, trifft der libanesische Premier Saad Hariri in Paris ein. Es könnte der …
Libanons Regierungschef Hariri in Frankreich
Machtkampf in der CSU eskaliert
Mitten in der Schlussphase der Jamaika-Sondierungen erreicht der Machtkampf um Horst Seehofers Erbe in Bayern einen neuen Höhepunkt. Die Spaltung der Partei wird …
Machtkampf in der CSU eskaliert
Jamaika-Sondierer machen Fortschritte - hoher Einigungsdruck
Auch am Samstag finden die Parteien bei den Jamaika-Sondierungen nicht abschließend zueinander. Dennoch bleiben die meisten Beteiligten optimistisch.
Jamaika-Sondierer machen Fortschritte - hoher Einigungsdruck

Kommentare