1. Startseite
  2. Politik

Judith Rakers: ARD-Sprecherin bricht ungeschriebenes Tagesschau-Gesetz - „fällt mir nicht leicht“

Erstellt:

Von: Markus Hofstetter

Kommentare

In den Sozialen Medien ist Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers ihrem Job entsprechend unpolitisch unterwegs. Die aktuelle Lage hat dies geändert.

Hamburg - Sie ist fast schon eine politische Institution: Judith Rakers*. Wenn, dann könnte man ihre Tätigkeit als Tagesschau-Sprecherin vielleicht ein bisschen mit dem Amt des Bundespräsidenten vergleichen. Wie das deutsche Staatsoberhaupt sollte Rakers keiner Seite gewogen sein, die Gebote lauten Überparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit. Denn die Tagesschau, vor allem ihre tägliche Hauptausgabe um 20 Uhr, ist eine wichtige öffentlich-rechtliche Institution, die die gesamte Bevölkerung ansprechen will.

Tagesschau-Sprecherin Rakers über den Ukraine-Krieg: „Wahnsinn muss aufhören“

Doch der Ukraine-Konflikt hat Rakers dazu veranlasst, mit dieser Regel zu brechen. Die 46-Jährige hat in den Sozialen Medien ihrem Mitleid mit den Menschen in der Ukraine Ausdruck verliehen. Auf Facebook und Instagram schrieb sie am Freitag, sie habe „in der Frühschicht wieder nur schlechte Nachrichten“ für die Zuschauer gehabt.

Sie wolle „klar sagen, dass mir das nicht leicht fällt. Auch mich berühren diese Nachrichten, die Bilder, die Angst der Menschen. Der verzweifelte Überlebenskampf einer ganzen Nation“. Ihren Post schloss Rakers mit deutlichen Worten ab: „Ich formuliere es jetzt so neutral, wie ich kann: Dieser Wahnsinn muss aufhören.“

Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers: Bruch mit dem Neutralitätsgebot

Die Anfangssätze ihres Posts verdeutlichen, wie schwer Rakers dieser Schritt gefallen sein muss. Eigentlich poste sie nichts Politisches, betonte die Tagesschau-Sprecherin. „Weil wir bei der „Tagesschau“ gehalten sind, NEUTRAL zu bleiben bei allen Themen, über die wir in den Nachrichten auch berichten. Objektivität ist ein hohes Gut und ich finde den Neutralitätsanspruch richtig.“ Deshalb konzentriere sie sich auf Social Media „auf die schönen Dinge des Lebens, die kleinen, die glücklich machen“. Doch beim Krieg gelinge ihr das nicht.

Rakers ist seit 2005 eine Sprecherin der Tagesschau, seit 2008 liest sie die Hauptausgabe um 20 Uhr. Bei ihrer Arbeit vor der Kamera zeigt sie nie, ob ihr die Nachrichten, die sie vorträgt, nahegehen. Mit ihren Posts in den Social Media hat sie gezeigt, dass die Ruhe nur äußerlich ist. Die User finden ihre Offenheit gut. Inzwischen wurde der Beitrag über 43.000 Mal (Stand 06. März, 14 Uhr) gelikt.

Schon Mitte letztens Jahres machte Rakers Schlagzeilen. Sie gestand im BR, dass sie eine Sendung der Tagesschau einmal angetrunken moderiert hat. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare