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Gabi Kostorz kommentierte und kritisierte in den „Tagesthemen“ das Verhalten von Theresa May.

Chaos-Tage in Großbritannien

„Abscheu und Empörung“: ARD-„Tagesthemen“-Kommentatorin rechnet mit Mays Brexit-Kurs ab

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Welchen Kurs wird Premierministern Theresa May in Zukunft im Brexit fahren? Wenn es nach einer „Tagesthemen“-Kommentatorin geht, darf es auf jeden Fall nicht so weiter gehen wie bisher. 

Berlin - Stürmische Zeiten durchlebt die politische Landschaft in Großbritannien in den letzten Tagen. Die Kritik an den, von Premierministerin Theresa May verhandelten, Brexit-Plänen wird von beiden Seiten immer lauter und spätestens nach dem Rücktritt von Brexit-Minister Dominic Raab und Arbeitsministerin Esther McVey steht auch ein Misstrauensvotum gegen die 62-Jährige im Raum. Scharfe Kritik kommt aber nicht nur aus dem britischen Volk, auch „Tagesthemen“-Kommentatorin Gabi Kostorz stellte der britischen Premierministerin am Donnerstagabend ein erschreckendes Zeugnis aus. 

Alle Infos zu den Brexit-Verhandlungen lesen Sie in unserem News-Ticker.

„Wenn Theresa May eins gelungen ist, dann dies. Mit ihrem Deal hat sie das gespaltene Land vereint, vereint in Abscheu und Empörung über ihren – Mays - Ausstiegsplan.“ Mit diesen Worten eröffnet Kostorz ihren Kommentar über den Brexit-Deal, bei dem vor allem das britische Staatsoberhaupt in die Schusslinie gerät. 

„Tagesthemen“-Kommentatorin lässt kaum ein gutes Haar an der Brexit-Premierministerin

Sollte der ausgehandelte Deal über Großbritanniens Ausstieg aus der Europäischen Union vom Parlament verabschiedet werden, würden die Briten noch bis Ende 2020 in der Zollunion und im Binnenmarkt verweilen und müssten weiterhin in die EU-Kasse einzahlen. Ein Kompromiss, mit dem die Brexit-Befürworter, im Volksmund auch Brexiteers genannt, kaum leben könnten. Ihnen „geht das, was May mit der Europäischen Union verhandelt hat nicht weit genug“, bestätigt Kostorz. 

Gerade die Weiterführung der Zahlungen an die EU stoße vielen Briten sauer auf, die in Anlehnung an Großbritanniens „Eiserne Lady“ Margaret Thatcher „nicht nur ihr Land, sondern auch ihr Geld zurück wollten“, führt die ARD-Kommentatorin weiter aus.

„Tagesthemen“-Kommentar: Theresa May ignoriert gekonnt den Gegenwind beim Brexit

Die Unzufriedenheit über den May-Deal gipfelte schließlich in den Rücktritten von mehreren Ministern und Staatssekretären, die den Kurs ihrere Premierministerin wohl nicht länger mittragen wollten. Ein ordentlicher Gegenwind also, den - so konstatiert Kostorz - Theresa May gekonnt ignoriert. „Die Premierministerin macht weiter, als wäre nichts gewesen. Als wäre der Brexit-Minister nicht zurückgetreten. Als gäbe es keine Kampagne für ein Misstrauensvotum gegen sie.“

Theresa May (Mitte, stehend), Premierministerin von Großbritannien, verteidigt den Entwurf für das Brexit-Abkommen mit Brüssel im Parlament.

Neben dem Misstrauensvotum gegen das britische Staatsoberhaupt steht aber noch ein anderes Votum schon seit längerer Zeit im Raum. So forderten erst kürzlich über hunderttausend Briten bei Demonstrationen in London ein zweites Referendum über dern Austritt Großbritanniens aus der EU. Eine Abstimmung, die - so sieht es zumindest die ARD-Kommentatorin - für May nicht Frage komme. 

„Tagesthemen“-Kommentatorin attackiert Mays Brexit-Kurs: „Zu stark ist ihr Wunsch nach Machterhalt“

 „Immer wieder beruft sich May auf den Willen des Volkes. Aber will das britische Volk diesen Brexit überhaupt noch?“, frägt sich Kostorz am Ende ihres „Tagesthemen“-Kommentars und fällt anschließend noch ein hartes Urteil gegen die Premierministerin. May würde vor allem aus Gründen der politischen Selbsterhaltung ein zweites Referendum vermeiden wollen, das ihr bei einem erneuten Scheitern wohl - ähnlich wie ihrem Vorgänger David Cameron - das Amt kosten könnte.

„Das Risiko will May nicht eingehen. Zu groß ist die Angst vor einer Niederlage, zu stark ihr Wunsch nach Machterhalt“, schließt Gabi Kostorz ihren „Tagesthemen“-Kommentar, in dem die ARD-Redakteurin kaum ein gutes Haar an der britischen Premierministerin gelassen hat. Damit ist sie aber nicht die erste Journalistin der ARD, die den Kurs von Theresa May kritisch ins Visier nimmt.

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fd

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