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Taliban-Sprecher Shahidullah Shahid.

Vergeltung für Bodenoffensive

Taliban drohen Ausländern in Pakistan

Islamabad - Als Antwort auf die Bodenoffensive der pakistanischen Armee in Nord-Waziristan haben die Taliban ausländische Organisationen aufgefordert, das Land zu verlassen.

Einen Tag nach Beginn einer Bodenoffensive hat die pakistanische Luftwaffe in Nord-Waziristan mindestens 27 Extremisten getötet. Die Taliban seien bei Bombardierungen von sechs Islamisten-Schlupflöchern in der Region Shawal ums Leben gekommen, teilte das Militär am Montag mit.

Die pakistanischen Streitkräfte hatten bei einer Großoffensive mit Bodentruppen und der Luftwaffe in Nord-Waziristan am Vortag insgesamt rund 150 Extremisten getötet. Unter den Opfern sei auch der Drahtzieher des Angriffs auf den Flughafen Karachi, Abu Abdur Rehman Al-Maani, gewesen. Die meisten der Toten seien Usbeken.

Es war die erste Bodenoffensive gegen Islamisten in Nord-Waziristan. In der Region im afghanischen Grenzgebiet sollen immer wieder Angriffe von Taliban vorbereitet worden sein.

Als Antwort auf die Militäroffensive forderten die Taliban ausländische Organisationen auf, das Land zu verlassen. Andernfalls würden sie zum Ziel von Angriffen. „Wir sind in einem Zustand des Krieges“, erklärte Taliban-Sprecher Shahidullah Shahid in einer Mitteilung vom Montag. „Alle internationalen Investoren, Fluggesellschaften und Institutionen sollten unverzüglich ihre Beziehungen zu Pakistan beenden und das Land verlassen.“ Sonst seien sie selbst verantwortlich, wenn ihnen etwas zustoße.

Unmittelbar nach dem Angriff auf den Flughafen Karachi am Pfingstsonntag mit rund 40 Toten hatte die Luftwaffe bereits erste Vergeltungsangriffe geflogen. Die pakistanischen Taliban (TTP) hatten sich zu dem Angriff in der Metropole bekannt. Die Regierung machte die Islamische Bewegung Usbekistans (IMU) verantwortlich. TTP und IMU sind getrennte Organisationen, operieren aber häufig gemeinsam.

dpa

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