Razzia gegen Islamisten in Berlin

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Teilung der Macht angestrebt

Taliban vor Kursänderung

Kabul - Die Taliban erklären, wie sie sich Afghanistan nach dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes vorstellen: Sie wollen sich die Macht mit anderen Gruppen teilen und Frauenrechte achten.

Ranghohe Vertreter der radikal-islamischen Taliban haben sich auf einer Konferenz in Paris für eine Teilung der Macht in Afghanistan ausgesprochen. In einer am Wochenende verbreiteten Mitteilung erklärten sie sich bereit, in einer Regierung mitzuwirken, die alle Afghanen vertrete. Sie versprachen Toleranz und Frieden, pochten aber auf eine neue Verfassung nach islamischen Prinzipien.

Die Taliban-Repräsentanten, die laut Mitteilung mit Zustimmung des Taliban-Führers Mullah Omar auftraten, waren am Donnerstag und Freitag in Paris mit Vertretern der Regierung in Kabul, afghanischen Parlamentariern und Oppositionellen zusammengekommen.

Mullah Omar, der derzeit in Pakistan vermutet wird, achte seine politischen Gegner. „Er verlangt ein gegenseitiges Verständnis und fordert sie auf, sich ihm bei der Verteidigung des Landes anzuschließen“, heißt es in der Mitteilung.

Die Taliban-Vertreter forderten eine Verfassung, die auf „islamischen Prinzipien, nationalen Interessen, sozialer Gerechtigkeit und historischen Errungenschaften“ beruhe und gleiche Rechte für alle ethnischen Gruppen garantiere. Die derzeitige Verfassung sei unter dem Druck der alliierten Truppen im Land geschrieben worden und daher nicht akzeptabel.

Die Taliban erklärten außerdem, sie achteten „die Rechte der Frauen, die der Islam ihnen zugesteht“. Eine Frau verfüge im Islam über das Recht zu heiraten, habe ein Besitzrecht, Erbrecht sowie ein Recht auf Bildung und Arbeit.

Seit die Taliban im Jahr 2001 von US-geführten Truppen aus Kabul vertrieben wurden, bekämpfen sie die vom Westen unterstützte afghanische Regierung. „Ausländer und die Regierung in Kabul sind nicht am Frieden interessiert“, heißt es in dem Papier.

Die Nato will ihren Kampfeinsatz Ende 2014 beenden, danach sollen Soldaten nur noch zur Beratung und Ausbildung von afghanischen Streitkräften im Land bleiben.

dpa

Rubriklistenbild: © AP

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