Fünf Rebellen getötet

Taliban-Kämpfer greifen Kabuler Flughafen an

Kabul - Noch vor Sonnenaufgang greifen Taliban-Kämpfer den Flughafen in Kabul an. Mit Panzerfäusten eröffnen sie das Feuer vom Stadtteil Kasaba aus, wo auch deutsche Soldaten stationiert sind.

Fünf der Rebellen seien am Donnerstagmorgen bei den stundenlangen Gefechten mit den afghanischen Sicherheitskräften getötet worden, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Sedikki. Der sechste Angreifer habe sich in die Luft gesprengt. Ein Polizist sei bei den Kämpfen verwundet worden. Zivilisten seien nicht zu Schaden gekommen. Nach Angaben des Flughafens wurden am Morgen alle Flüge vorübergehend ausgesetzt.

„Eine Gruppe Aufständischer griff den Kabuler Flughafen von einem im Bau befindlichen Gebäude aus an“, sagte Vize-Innenminister Mohammad Ajub Salangi. Ziel sei der militärische Teil des Flughafens gewesen. Die Rebellen hätten vor Sonnenaufgang unter anderem mit Panzerfäusten das Feuer eröffnet. Die Baustelle, von der aus die Taliban angriffen, liegt im Stadtteil Kasaba nördlich des Flughafens. Im selben Stadtteil befindet sich auch das Camp Kasaba, in dem Bundeswehr-Soldaten stationiert sind.

Die Kämpfe dauerten fast vier Stunden an. Salangi sagte, den Taliban sei es aber nicht gelungen, Schaden anzurichten. „Unsere Sicherheitskräfte haben eine erfolgreiche Operation gegen die Aufständischen ausgeführt, die jetzt beendet ist.“ Die Angreifer seien nicht in die unmittelbare Nähe des Flughafens gelangt.

Die Taliban teilten mit, Ziel ihres Angriffs sei das afghanische Militär am Flughafen gewesen. Der militärische Teil des Flughafens liegt neben dem zivilen Teil; beide nutzen dieselbe Landebahn. Es war der vierte Angriff in vier Tagen in Kabul. Erst am Mittwoch hatten die Taliban den Flughafen mit Raketen beschossen. Vor zwei Wochen waren bei einem Raketenangriff auf den militärischen Teil ein Hubschrauber beschädigt und zwei Lagerhallen in Brand gesetzt worden.

Vor dem Auslaufen des Nato-Kampfeinsatzes Ende des Jahres hat die Gewalt in Afghanistan wieder deutlich zugenommen. Zugleich sorgt für Unsicherheit im Land, dass immer noch kein Sieger der Präsidentenwahl feststeht, deren erste Runde vor mehr als drei Monaten stattfand.

Am Dienstag waren bei einem verheerenden Selbstmordanschlag in der südöstlichen Provinz Paktika mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. Der Anschlag mitten in dem für Muslime heiligen Fastenmonat Ramadan war der schwerste in dem Land seit Jahresbeginn. Die Taliban wiesen jede Verantwortung für die Tat zurück.

Im benachbarten Pakistan hatten die dortigen Taliban im vergangenen Monat den internationalen Flughafen in der größten Stadt Karachi angegriffen. Dabei waren an Pfingsten rund 40 Menschen getötet worden. Kurz darauf begann die Armee im Grenzgebiet zu Afghanistan eine Offensive gegen Extremistengruppen, die andauert.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP

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