+
Ist Merkel erpressbar geworden? Bei Anne Will wurde am Sonntagabend hitzig diskutiert.

Diskutieren Sie mit

Satire-Streit bei Anne Will: Ist Merkel erpressbar geworden?

  • schließen

Berlin - Die Aufregung um Jan Böhmermanns Erdogan-Satire reißt nicht ab. Am Sonntagabend war der umstrittene Beitrag des ZDFneo-Moderators Thema bei Anne Will. Was denken Sie darüber? Diskutieren Sie mit.

Zu Gast bei Anne Will waren: der Kabarettist Serdar Somuncu, der CDU-Politiker Elmar Brok, die Linken-Politikerin Sevim Dağdelen, der Professor für Medienwissenschaft Bernhard Pörksen sowie der stellvertretende Vorsitzende der Union Europäisch-Türkischer Demokraten, Fatih Zingal. Sie gingen der Frage nach: "Streit um Erdogan-Kritik - Kuscht die Bundesregierung vor der Türkei?" Moderator Jan Böhmermann hatte übrigens auch eine Einladung erhalten, diese jedoch abgelehnt. Die Bundesregierung prüft ein mögliches Strafverfahren gegen den Moderator.

"Eingriff in die Grundrechte"

Kabarettist Somuncu warf dann gleich mal die Frage auf, ob denn die Bundesregierung nicht nur kusche, sondern ob Merkel nicht gar erpressbar geworden ist? Angesichts der Rolle, die die Türkei nun in der Flüchtlingskrise übernommen hat. Dass Erdogan gar strafrechtliche Folgen für Böhmermann gefordert hat, empfindet Somuncu als "Eingriff in die Grundrechte". Lustig sei das nicht.

Lustig fand die Debatte niemand in der Runde. Während sich Fatih Zingal ganz linientreu auf die Seite von Erdogan stellte, rüttelten die anderen Teilnehmer keineswegs an der Meinungsfreiheit. Die gelte jedoch auch für Angela Merkel, wie CDU-Mann Brok betonte. Will heißen: Merkel habe das Recht, Böhmermanns umstrittenen Text schlecht zu finden.

Rückendeckung von Merkel für Künstler gefordert 

Somuncu forderte Rückendeckung der Kanzlerin für die Künstler in ihrem Land. Und Brok wiederum forderte Verständnis für die Kanzlerin, die sich nunmal nicht immer aussuchen könne, mit dem Deutschland und die EU politische Deals eingingen. Diplomatische Beziehungen müssten eben auch mit Ländern wie der Türkei oder Saudi-Arabien unterhalten werden.

Der Medienwissenschaftler Pörksen versuchte etwas Strom aus der hitzigen Debatte zu nehmen, schließlich könne es ja auch sein, dass Merkel in der Causa Böhmermann/Erdogan einfach nur beschwichtigend habe eingreifen wollen.

Über allem stand dann irgendwie auch die Frage, die Somuncu stellte: "Hat Merkel nichts Besseren zu tun, als "Neo Magazin Royal" zu gucken?" Erdogan guckt offenbar auch Böhmermanns Sendung.

Auf diesen prominenten Zuschauer hofft indessen wohl auch Dieter Hallervorden. Der hat wiederum Böhmermann in Schutz genommen - ebenso wie schon Springer-Chef Döpfner - und hat auf seiner Facebook-Seite ein an Erdogan gerichtetes Lied gepostet: "Erdogan, Erdogan, mach' auch meinen Song bekannt", singt er da. Und: "Erdogan, zeig' mich an".

Ihre Meinung ist gefragt

Angela Merkel hatte das Gedicht Böhmermanns über Erdogan jüngst als "bewusst verletzend" bezeichnet - den Rücken stärkte sie dem Künstler damit nicht. Und auch das Grundrecht der freien Meinungsäußerung entwertete sie mit der Aussage ein Stück weit.  

Doch warum ist das so? Ist die Kanzlerin deshalb so zurückhaltend, weil sie auf die Kooperation mit Erdogan in der Flüchtlingsproblematik angewiesen ist? Ist die Bundeskanzlerin etwa von Seiten der Türkei erpressbar geworden? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und diskutieren Sie mit!

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bundestagswahl 2017: AfD kommt wieder in Schwung
Laut einer aktuellen Umfrage zur Bundestagswahl 2017 kann die AfD wieder leicht zulegen und sogar die Grünen hinter sich lassen. Hier geht es zur Wahlprognose.
Bundestagswahl 2017: AfD kommt wieder in Schwung
„Stoßen an Grenzen“: Kommunen fordern Stopp der Flüchtlingsverteilung
Die Kommunen fordern Entlastung bei der Aufnahme von Asylbewerbern: Flüchtlinge sollen Erstaufnahmeeinrichtungen bleiben, anstatt auf Gemeinden und Städte verteilt zu …
„Stoßen an Grenzen“: Kommunen fordern Stopp der Flüchtlingsverteilung
EU-Innenkommissar: China muss mehr gegen Schleuser tun
Berlin (dpa) - EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos hat von China mehr Einsatz im Kampf gegen Menschenschmuggel auf dem Mittelmeer gefordert.
EU-Innenkommissar: China muss mehr gegen Schleuser tun
Gauland: Wir sind nicht für Putins "autoritäres Regime"
Von der AfD kommt kaum Kritik an Russland. Als "Putins Liebling" will die Partei aber nicht wahrgenommen werden. Spitzenkandidat Gauland findet es normal, dass die AfD …
Gauland: Wir sind nicht für Putins "autoritäres Regime"

Kommentare