Von Alter und Krankheit gezeichnet: Im Dezember 2013 zeigte sich König Bhumibol Adulyadej zu seinem 86. Geburtstag im Rollstuhl. Foto: Royal Household Bureau/Archiv
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Von Alter und Krankheit gezeichnet: Im Dezember 2013 zeigte sich König Bhumibol Adulyadej zu seinem 86. Geburtstag im Rollstuhl. Foto: Royal Household Bureau/Archiv
Untröstlich: Thailand bereitet sich auf traurige Nachrichten aus dem Königshaus vor. Foto: Rungroj Yongrit
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Untröstlich: Thailand bereitet sich auf traurige Nachrichten aus dem Königshaus vor. Foto: Rungroj Yongrit
König Bhumibol nimmt im Dezember 2008 eine Parade zu seinem Geburtstag ab. Er ist noch vor Elizabeth II. der am längsten regierende Monarch der Welt. Foto: Rungroj Yongrit/Archiv
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König Bhumibol nimmt im Dezember 2008 eine Parade zu seinem Geburtstag ab. Er ist noch vor Elizabeth II. der am längsten regierende Monarch der Welt. Foto: Rungroj Yongrit/Archiv
Ein Archivbild aus dem Dezember 2005 zeigt König Bhumibol Adulyadej und Königin Sirikit. Beide werden in Thailand hoch verehrt und sind aus Gesundheitsgründen seit Jahren nicht mehr öffentlich aufgetreten. Foto: Narong Sangnak
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Ein Archivbild aus dem Dezember 2005 zeigt König Bhumibol Adulyadej und Königin Sirikit. Beide werden in Thailand hoch verehrt und sind aus Gesundheitsgründen seit Jahren nicht mehr öffentlich aufgetreten. Foto: Narong Sangnak
Tränen um den König: Bhumibol Adulyadej gilt als oberste moralische Autorität und einigende Kraft im von politischen Tumulten erschütterten Thailand. Foto: Rungroj Yongrit
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Tränen um den König: Bhumibol Adulyadej gilt als oberste moralische Autorität und einigende Kraft im von politischen Tumulten erschütterten Thailand. Foto: Rungroj Yongrit
Gebete für den König: Weinende Thailänderin vor dem Siriraj-Hospital in Bangkok, in dem der 88 Jahre alte König Bhumibol Adulyadej in kritischem Zustand liegt. Bhumibol wird im Land geliebt und verehrt. Foto: Rungroj Yongrit
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Gebete für den König: Weinende Thailänderin vor dem Siriraj-Hospital in Bangkok, in dem der 88 Jahre alte König Bhumibol Adulyadej in kritischem Zustand liegt. Bhumibol wird im Land geliebt und verehrt. Foto: Rungroj Yongrit

Nach langer Krankheit

Thailands König Bhumibol gestorben

Er wurde wie ein Gottkönig verehrt: Thailands König Bhumibol galt als Garant der Stabilität im Land. Seit Tod dürfte enorme politische Umwälzungen mit sich bringen.

Bangkok (dpa) - Der thailändische König Bhumibol Adulyadej ist am Donnerstag nach langer Krankheit gestorben. Er wurde 88 Jahre alt. Das teilte der Königspalast mit.

Bhumibol hatte zwar auf dem Papier vorwiegend repräsentative Aufgaben, doch hatten Palast und Kronrat hinter den Kulissen enormen politischen Einfluss. Keine Regierung konnte sich ohne das Wohlwollen des Königs lange halten. Der jüngste Militärputsch fand im Mai 2014 statt.

Der König war seit mehr als 70 Jahren im Amt und damit der am längsten amtierende Monarch der Welt. Er wurde wie ein Gottkönig verehrt. Er verbrachte die letzten Jahre überwiegend im Sirijaj-Krankenhaus in der Hauptstadt Bangkok. Dort wird auch seine schwerkranke Frau Sirikit behandelt.

Das buddhistische Königreich in Südostasien mit fast 70 Millionen Einwohnern dürfte vor großen politischen Umwälzungen stehen. Die rund 30 Millionen Touristen, die jedes Jahr kommen, sollen davon aber unberührt bleiben, wie die Behörden versichern.

Kronprinz Maha Vajiralongkorn (64) ist bei weitem nicht so beliebt wie sein Vater es war. Vajiralongkorn verbringt viel Zeit in München, weil sein jüngster Sohn Dipangkorn Rasmijoti (11) in Bayern zur Schule geht. Von der Mutter hat der Kronprinz sich 2014 scheiden lassen. Er hat sieben ältere Kinder mit zwei weiteren Ex-Frauen.

Das Land hat strikte Gesetze gegen Majestätsbeleidigung. Sie schützen den König, seine Frau und den Kronprinzen vor jeder Kritik. Selbst harmlos klingende Kommentare können zu Anzeigen führen. Die Gesetze werden seit Jahren ausgenutzt, um politische Gegner zu diskreditieren. Die Gesetze haben einen Diskurs darüber, wie das Land sich nach dem Ableben des Königs weiterentwickeln will, unterbunden. Die Militärregierung hat sich mit einer im August durchgesetzten Verfassung andauernden Einfluss gesichert.

Thailands Gesellschaft ist seit mehr als zehn Jahren politisch tief gespalten. Auf der einen Seite stehen die so genannten Gelbhemden. Sie geben sich als Monarchietreue, die die alte Ordnung, in der wenige einflussreiche Familien die Geschicke des Landes bestimmten, aufrecht erhalten wollen. Auf der anderen Seite stehen die Rothemden, unterstützt vor allem von der ärmeren Bevölkerung, die mehr Mitsprache und eine Politik zur Forderung der Armen fordern.

Beide Seiten werfen sich maßlose Korruption vor. Mit Demonstrationen und Blockadeaktionen haben beide Lager die jeweils andere Regierung immer wieder unter Druck gesetzt und deren Sturz herbeigeführt.

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