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Zehntausende Menschen haben am Montag in Moskau demonstriert.

Für Freilassung politischer Häftlinge

Tausende Putin-Gegner demonstrieren in Moskau

Moskau - Genau ein Jahr nach Krawallen bei Anti-Putin-Protesten in Moskau will die russische Opposition wieder ein Zeichen des Widerstands setzen. Diesmal verlief die Demonstration weitgehend ruhig.

Rund 20.000 Kremlgegner haben am Montag in Moskau gegen Präsident Wladimir Putin demonstriert und die Freilassung von zwei Dutzend politischen Häftlingen verlangt. Oppositionsführer Alexej Nawalny, der selbst wegen Untreuvorwürfen vor Gericht steht, rief die Demonstranten auf, „(Putin) aus dem Kreml zu werfen“. Nawalny beschuldigt den Präsidenten, die Anschuldigungen gegen ihn fabriziert zu haben.

Seit Putins Rückkehr an die Präsidentschaft vor einem Jahr haben die Behörden Strafverfahren gegen mehrere Oppositionelle aufgenommen. Das Parlament billigte einige Gesetzvorlagen, durch die Strafen auf die Teilnahme bei unautorisierten Demonstrationen drastisch angehoben und Bürgerrechtler in ihrer Arbeit harten Restriktionen unterzogen wurden. Nawalny beendete seine Rede mit den Worten:„Russland wird frei sein“. Die Menge auf dem Bolotnaja-Platz nahe dem Kreml wiederholte die Parole. Genau vor einem Jahr war es dort am Tag vor der Vereidigung Putins zu Zusammenstößen zwischen Kremlkritikern und Polizisten gekommen.

Diesmal verlief die Kundgebung weitgehend friedlich. Als eine kleine Gruppe von Pro-Putin-Aktivisten Gegenparolen skandierte, kam es zu einem kurzen Handgemenge. Die Putin-Anhänger wurden von der Polizei abgeführt, die mit einem Großaufgebot vor Ort war. Putin selbst hielt sich während der Kundgebung im Kreml auf und sei sich bewusst, dass diese stattgefunden habe, sagte sein Sprecher Dmitri Peskow dem unabhängigen Fernsehsender Doschd.

Überschattet wurde die Protestaktion vom Tod eines 25-jährigen Oppositionellen, der beim Aufbau einer Bühne verunglückte. Der Mann wurde Montagmittag von einem umstürzenden Boxenturm erschlagen, wie die Polizei berichtete. Die Behörden haben Ermittlungen aufgenommen.

AP

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