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Die Pilgerfahrt zum Hadsch in Mekka zählt zu den Pflichten jedes Muslims.

"Elf inakzeptable Bedingungen"

Teheran: Saudi-Arabien hat Iranern Pilgerfahrt blockiert

Teheran - Der Iran hat Saudi-Arabien vorgeworfen, Zehntausenden Iranern mit inakzeptablen Bedingungen die Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch) in diesem Jahr zu erschweren.

„Die Saudis haben in den Verhandlungen elf inakzeptable Bedingungen gestellt, die es in den letzten Jahren nie gegeben hat“, sagte der Chef der iranischen Hadsch-Behörde, Saeid Ohadi, nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA am Montag. 

Die Saudis hätten gefordert, dass die Visa für die iranischen Pilger in einem Drittland und nicht über die Schweizer Botschaft in Teheran ausgestellt werden. Außerdem dürften die Iraner für den Flug nach Mekka keine der für sie günstigen hiesigen Fluglinien benützen. Weiterhin wurde den Iranern verboten, Versammlungen zu veranstalten oder in Mekka ihre Nationalflagge zu hissen. 

Die Pilgerfahrt zum wichtigsten Heiligtum des Islams in Mekka zählt zu den Pflichten jedes Muslims. Laut Ohadi ist es daher auch die religiöse Aufgabe der Saudis, allen Muslimen in der Welt den Hadsch zu ermöglichen. Aus dem Iran nehmen jedes Jahr Zehntrausende an der Hauptzeremonie teil. 

Der Riad hatte die diplomatischen Beziehungen zum Iran Anfang des Jahres abgebrochen, nachdem die Botschaft des Landes in Teheran von aufgebrachten Demonstranten gestürmt worden war. Vorausgegangen war die Hinrichtung von 47 Menschen in Saudi-Arabien, unter ihnen ein dem Iran nahestehender Geistlicher der schiitischen Minderheit. Die beiden islamischen Länder haben konfligierende Interessen im Syrienkrieg. Teheran unterstützt den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, Riad die Rebellen.

dpa

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