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Stabschef Kelly riet nach eigenen Angaben Trump von dem Telefonat mit der Soldatenwitwe ab.

Schützenhilfe für den US-Präsidenten

Telefonat mit Soldatenwitwe: Stabschef Kelly verteidigt Trump

Im Streit um den Umgang mit der Witwe eines getöteten Soldaten hat Donald Trump Unterstützung von seinem Stabschef John Kelly erhalten. Kelly verteidigte den US-Präsidenten für etwas, das Trump bereits als Lüge abgetan hatte.

Washington - Stabschef John Kelly zeigte sich am Donnerstag (Ortszeit) "fassungslos" über Vorwürfe der demokratischen Abgeordneten Frederica Wilson. Diese hatte von einem Telefonat Trumps mit einer Soldatenwitwe berichtet und dem US-Präsidenten kaltherzige Äußerungen vorgeworfen.

"Ein Kongressmitglied, das einem Telefonat des Präsidenten mit einer jungen Ehefrau zuhört", sagte Kelly - "das macht mich absolut fassungslos. Ich dachte, wenigstens das wäre heilig." Er sei so erschüttert gewesen, dass er zunächst einen langen Spaziergang auf dem Soldatenfriedhof Arlington National Cemetery in Washington gemacht habe.

Er selbst habe Trump von dem Anruf abgeraten, führte der Ex-General aus. Der Präsident habe der Soldatenwitwe dann aber "auf seine Weise" sagen wollen, dass ihr Mann ein "mutiger Mann" gewesen sei, ein "gefallener Held", der gewusst habe, worauf er sich als Soldat einlasse, und der zum Zeitpunkt seines Todes dort gewesen sei, wo er habe sein wollen.

Ruppiger Umgang sorgte für Welle der Empörung

Die demokratische Abgeordnete Wilson hatte von dem Telefonat Trumps mit der Witwe des Anfang Oktober im westafrikanischen Niger getöteten 25-jährigen Soldaten La David Johnson berichtet. Demnach sagte Trump der Witwe, ihr Mann habe sicherlich "gewusst, worauf er sich einließ, als er sich verpflichtete". "Aber ich vermute, es tut trotzdem weh." Der mutmaßlich ruppige Umgang des Präsidenten mit der Witwe sorgte für eine Welle der Empörung.

Trump hat die Vorwürfe der Witwe bereits zurückgewiesen und diese als „frei erfunden“ bezeichnet. Die Mutter des getöteten Soldaten warf dem US-Präsidenten aber vor, sich gegenüber ihrem Sohn und der Familie "respektlos verhalten" zu haben.

AFP

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