Telefonleitung zwischen Nord- und Südkorea wiederhergestellt

Seoul - Nach Monaten extremer Spannung auf der koreanischen Halbinsel treibt der Norden plötzlich eine Entspannung voran. Demnächst soll wieder eine Telefonverbindung etabliert werden.

Am Freitag soll eine im März gekappte direkte Telefonverbindung des Roten Kreuzes zwischen den beiden Ländern wieder geöffnet werden, wie die Regierung in Nordkorea bekannt gab. Zudem schlug das Komitee für die Friedliche Wiedervereinigung Koreas in Pjöngjang Gespräche auf Arbeitsebene am Sonntag vor. Zuvor hatte der Süden dem Norden bereits Verhandlungen über den geschlossenen Industriekomplex Kaesong auf Regierungsebene angeboten.

Pjöngjang teilte am Freitag aber mit, dass vor einem Treffen auf Regierungsebene Arbeitsgespräche nötig seien, da die bilateralen Beziehungen seit Jahren in einer Sackgasse seien und das Misstrauen ein extremes Maß erreicht habe. Diese sollten am Sonntag in Kaesong stattfinden. In der Erklärung gab die nordkoreanische Regierung nicht bekannt, ob sie auch an den für Mittwoch geplanten Gesprächen auf Regierungsebene teilnehmen wolle.

Die letzten Verhandlungen auf Regierungsebene gab es im Februar 2011 in dem Dorf Panmunjom in der demilitarisierten Zone zwischen den beiden Ländern. Die Spannungen auf der koreanischen Insel hatten im März und April zugenommen, als der Norden Südkorea und den USA mit Atomwaffenangriffen und Krieg drohte. Die Entspannungssignale Pjöngjangs kommen unmittelbar vor einem Treffen von US-Präsident Barack Obama mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Freitag.

AP

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